„Königsglanz und Gloria“ spannend beendet

Von: Svenja Pesch
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Station Hansemannplatz: Myriam Kroll (links) und Julia Samp führten Besucher auf improvisierten Königspfaden. Foto: Andreas Schmitter
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Samstagabend wurde auf dem Haarberg ein Königsfeuer entzündet, das an die letzte Station der hohen Delegation vor dem Einzug in die Stadt erinnerte. Foto: Andreas Steindl

Aachen. In 485 Jahren hat sich Aachens Stadtbild verändert. So war es nicht verwunderlich, dass die Besucher am Samstagabend erst einmal suchen mussten, bis sie den ein oder anderen Funken aus Richtung Haarberg erspähen konnten.

Bereits vor Einbruch der Dunkelheit hatten sich gut 30 Besucher im Hotel Total in der Elisabethkirche eingefunden, um die erste Abschlussveranstaltung der Ausstellung „Königsglanz und Gloria – Krönungen in Bratislava/Pressburg 1563 – 1830“ des Centre Charlemagne zu feiern.

Auftakt des Programms war das Feuer, welches in einem Container auf dem Haarberg entzündet wurde. Mit der Aktion wurde an die Tradition mittelalterlicher Krönungsfeierlichkeiten erinnert, wie Julia Samp, wissenschaftliche Volontärin der Route Charlemagne, erzählte: „Die zukünftigen Könige des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, die in Frankfurt gewählt wurden und von dort aus mit ihrem Gefolge zum Krönungsakt nach Aachen zogen, machten – meist vom Rhein aus kommend – vor dem eigentlichen Einzug in die Stadt Station in Haaren.“

Dort hätten die geistlichen und die weltlichen Größen mit dem König ein Lager aufgeschlagen. Das Feuer signalisierte dem Volk sowie der Stadt, dass der König am nächsten Tag eintreffen würde. Auch wenn 485 Jahre nach dem letzten Königsfeuer die Reaktionen auf die Aktion eher verhalten waren, so erregten das Glockengeläut von St. Elisabeth sowie die Besucher Aufmerksamkeit.

Am Sonntag begaben sich Myriam Kroll, Kuratorin des Centre Charlemagne, und Julia Samp gemeinsam mit gut 25 Besuchern auf einen Stadtspaziergang der besonderen Art. Bepackt mit Reisethron und Baldachin – den karolingischen Campingmöbeln – wurde der ehemalige Weg der einziehenden Könige nachgelaufen. An den neun Stationen St. Elisabeth, Hansemannplatz Ecke Alexanderplatz, St. Peter, Hotmannspief, Propstei, Domhof, Rathaus, Markt und Centre Charlemagne nahmen Kroll und Samp die Besucher mit in die Zeit von Königen und Kaisern. Und damit das Ganze auch greifbar und anschaulich war, wurden Rituale der historischen Krönungsfeierlichkeiten vorgeführt und durchgespielt.

So erfuhr man beispielsweise, dass das Kölntor, welches sich früher an der heutigen Kreuzung Alexanderstraße und Hansemannplatz befand, um 1320 fertiggestellt wurde und als das schönste und imposanteste Stadttor galt. Nahe St. Peter vollzog sich dann der eigentliche Einzug des Königs. Kroll und Samp griffen hier zu Kupfermünzen und erinnerten damit an ein ganz besonderes Ritual: „Während der König mitsamt seinem Gefolge in die Stadt einritt, wurden Silber- und Goldmünzen unter das Volk geworfen und die Karlsbüste wurde in Begleitung von zwei Priestern und acht Torwächtern unter einem Baldachin getragen“, so Kroll.

Am Rathaus erhielten die Besucher Haferkekse und Wein. Denn nachdem der König im Dom liturgische Sprüche und Gebete am Marienaltar empfing und einen Herrschereid mit den Schwurfingern auf dem Anfang des Johannes-Evangeliums im Reichsevangeliar ablegte, ging es frisch gekrönt zur Feier des Krönungsmahles ins Rathaus. Und während der Hochadel im Krönungssaal tafelte, vergnügte sich das Volk auf dem Marktplatz am Weinbrunnen und mit gebratenen Ochsen.

Abschluss des Stadtspaziergangs bildete das Centre Charlemagne selbst, wo die Ausstellung „Königsglanz und Gloria“ noch ein letztes Mal besucht werden konnte.

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