Knatsch im Rat: Elisengarten und Tivoli kosten weitere 800.000 Euro

Von: Matthias Hinrichs
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Kostenfalle Tivoli-Vorplatz: 570.000 Euro werden an zusätzlichen Kosten fällig. Dafür wird auf große Schilder verzichtet. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das dicke Ende kam in Gestalt von zwei schlanken Tischvorlagen. Zwei prominente Bauprojekte, teilte die Verwaltung am Mittwoch im Rat mit, werden um insgesamt rund 800.000 Euro teurer als geplant: Aktuelle Probleme beim Bau des Tivoli-Vorplatzes und des neuen Elisengartens machten eine Erhöhung der Planungskosten unumgänglich, erklärte Dezernentin Gisela Nacken.

Nach längerer Debatte wurden beide Maßnahmen mit großer Mehrheit beschlossen. Nur die Linke stimmte gegen den aus ihrer Sicht überstürzten „Nachschlag” für den Tivoli-Vorplatz; die FDP enthielt sich.

570.000 Euro werden fürs Entree zum neuen Stadion insgesamt übers bisherige Budget hinaus veranschlagt, weil unter anderem zusätzliche Bodenarbeiten erforderlich wurden. Zudem müssten weitere Maßnahmen zur Entwässerung und Beleuchtung ergriffen werden, hieß es. Allerdings würden 350.000 Euro durch Reduzierungen in anderen Bereichen des Projekts gedeckt, insbesondere bei Schilderbrücken, die „nach neueren Erkenntnissen nicht benötigt” würden. Die restlichen Mittel sollen aus Etatposten zur Sanierung der Breitbendenstraße (150.000 Euro) sowie der Schwinningstraße (70.000 Euro) aufgebracht werden, die auf 2010 vertagt werden.

Ein Mehrbedarf von 580.000 Euro wird im Elisengarten fällig. So klettert die Investition fürs Wasserbecken an der Rotunde von 430.000 auf 880.000 Euro- was auf einen Kalkulationsfehler des externen Planungsbüros zurückzuführen sei. Ferner steigt der Ansatz zur Finanzierung der Grabungen um 200.000 Euro. Dafür wurden auch hier an anderen Stellen „alle Möglichkeiten zur Kostenersparnis ergriffen”, so die Verwaltung. Die zusätzlichen Gelder sollen kompensiert werden, indem der zweite Abschnitt der Baumaßnahme Kronenberg aufs kommende Jahr verschoben wird.

Vor allem FDP, Linke und CDU zeigten sich freilich wenig erbaut über den unplanmäßigen Vorstoß - zumal es in Sachen Tivoli-Vorplatz zum wiederholten Mal zum unerwarteten Dreh an der Kostenschraube komme. CDU-Fraktionschef Harald Baal monierte, dass die Aussetzung weiterer Projekte einmal mehr auf Kosten der städtischen Außenbereiche gehe. Die Linke kritisierte, dass sie - anders als die übrigen Fraktionen - nicht bereits am Montag in Kenntnis gesetzt worden sei, und plädierte dafür, zumindest die zuständigen Ausschüsse mit dem Thema zu befassen. SPD und Grüne zeigten allerdings Verständnis dafür, dass technischen Problemen Rechnung getragen werden müsse. „Alle wollen das Projekt Tivoli”, meinte SPD-Fraktionschef Heiner Höfken. „Da ist es einfach, sich auf die bequeme Position zurückzuziehen: Die anderen werden es ja richten”.
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