Knappschaft: Heftige Schlappe für die Stadt

Von: Matthias Hinrichs
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Heiß umkämpft auch in kalten Tagen: Das ehemalige Haus der Knappschaft an der Monheimsallee ist von einer privaten Investorengemeinschaft gekauft worden. Die Stadt wollte dagegen ein Vorkaufsrecht geltend machen – und ist jetzt in erster Instanz vor dem Landgericht Köln gescheitert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Im Tauziehen um das ehemalige Knappschafts-Haus an der unteren Monheimsallee hat die Stadt vor dem Landgericht Köln eine herbe Schlappe erlitten. Wie berichtet, hat eine Gruppe von Privatinvestoren das Objekt unweit des Eurogress‘ erworben.

 Das Veto der Verwaltung wurde nun von der Kölner Kammer für Baulandsachen in erster Instanz abgeschmettert. „Wir sind in Berufung gegangen und wollen das Urteil vor dem Oberlandesgericht anfechten“, erklärte Hans Poth vom Presseamt auf Anfrage.

Bereits 2006 hatte die Stadt ein Vorkaufsrecht für das rund 5000 Quadratmeter große Gelände geltend gemacht. Das aber habe inzwischen keinen Bestand mehr, da die ursprünglichen Pläne, auf dem exponierten Grundstück neben dem Kongresszentrum ein „Haus für Musik“ zu errichten, längst ad acta gelegt seien, argumentierten die Richter.

Zudem habe die Stadt der Knappschaft ein Kaufangebot unterbreitet, dass um rund 1,1 Millionen Euro unter dem der privaten Bieter gelegen habe. Die hätten inzwischen durch ein Vergleichsgutachten darlegen können, dass der Wert des Grundstücks weit höher zu veranschlagen sei. Ein „preislimitiertes“ Vorkaufsrecht sei schon angesichts der erheblichen Diskrepanz zwischen der gebotenen Kaufsumme und dem Verkehrswert des Areals nichtig, urteilte die Kammer.

Droht der Abriss?

Dem Vernehmen nach will die Stadt trotz des andauernden Rechtsstreits auch versuchen, einen Kompromiss mit den Investoren zu finden. Denn seit Jahr und Tag haben die Planer das Areal als idealen Standort zur „Arrondierung“ des Kongress- und Kulturzentrums Eurogress im Blick.

Die Käufer haben unterdessen nach AZ-Informationen noch keine konkreten Pläne für die Nutzung des Areals – ebensowenig wie die Stadt. Denkbar sei, dass das rund 60 Jahre alte Gebäude nebst Anbau aus den Siebziger Jahren abgerissen werde, um Privatwohnungen und/oder Gewerbe unmittelbar gegenüber dem Hansemann-Denkmal anzusiedeln, war zu erfahren.

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