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Knallgelb meilenweit für Flüchtlinge rennen

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aachen. BVB-Fans auf der Vennbahn? Nein, die auffällig in Neongelb gekleideten jungen Leute sind zwar auch in Sachen Sport unterwegs, werben aber gleichzeitig für die Flüchtlingsarbeit von Amnesty International.

Gemeinsam trainieren sie seit Juni 2013 mehrmals pro Woche in und um Aachen. Ihr Ziel: der Marathon in Madrid am 27. April. Mit den neongelben Shirts mit der Aufschrift „Aachen hat Ausdauer“ treten sie dann für sich und für die Asylarbeit in Aachen an.

Initiiert hat die Aktion Sarah Fluchs. „Nach einem Auslandsaufenthalt, bei dem ich in der Umweltarbeit engagiert war, wollte ich auch hier etwas bewegen“, erzählt die Studentin. Dieses Anliegen führte sie zur Aachener Asylgruppe von Amnesty. Dass man mit Sport auch Solidarität demonstrieren kann, hat die 23-Jährige nicht erfunden, für die Aachener Amnesty-Gruppe aber erfolgreich mit Leben gefüllt: Schnell waren mehr als 20 Interessierte für die Aktion gefunden – im Sportverein, in der Hochschule, durch Verteilen von Flyern, in sozialen Netzwerken. Die Gruppe ist bereits bei etwa zehn Wettbewerben als Amnesty-Laufgruppe mit ihren neongelben Shirts in Erscheinung getreten. Rund 2000 Euro konnten sie für die Aachener Save-me-Kampagne sammeln, einige neue Paten gewinnen und über europäische Flüchtlingspolitik und ihre Auswirkungen aufklären.

„Für das Marathon-Training muss man viel Zeit investieren – vier bis fünf Stunden pro Woche, mit zeitlichen Ambitionen können es auch schnell zehn bis 15 werden. Da ist es schön, wenn das nicht nur zum reinen Selbstzweck passiert“, findet Benjamin Mohr. Der 26-Jährige hatte sich zuvor mit Flüchtlingsschicksalen „nur sporadisch beschäftigt“. Durch die Gruppe sei er jetzt intensiv in das Thema eingestiegen. „Es sind eben keine Zahlen, sondern ganz persönliche Einzelschicksale.“ Den Aachenern die Angst vor Flüchtlingen zu nehmen, Vorurteile abzubauen und die vielen bürokratischen Hürden für Flüchtlinge bekannt zu machen, ist das Anliegen von „Aachen hat Ausdauer“.

Das geschieht auch in anderen Sportarten: Unter dem Motto „Kämpfen für Menschenrechte“ steht Thai-Boxen am Samstag, 29. März, in der Kalkbergstraße 49-53 ganz im Zeichen der Solidarität mit Flüchtlingen. Beginn ist um 18 Uhr, Einlass um 17 Uhr, die Spende soll 10 Euro betragen.

Doch Madrid ist für alle von „Aachen hat Ausdauer“ das große Ziel. 20 laufen mit, einige Anhänger in Neongelb werden am Straßenrand ihre Freunde anfeuern. Und danach? „Das wurde ich auch schon von vielen Läufern gefragt“, sagt Fluchs. Die Hoffnung besteht also, dass auch nach dem 27. April wieder neongelbe Shirts auf der Vennbahn gesichtet werden.

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