Aachen - Kluge Köpfe denken laut nach über Europa

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Kluge Köpfe denken laut nach über Europa

Von: Matthias Hinrichs
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Nahmen den Karlspreisträger Martin Schulz am Dienstag schon einmal in ihre Mitte: Direktoriumssprecher Dr. Jürgen Linden, Oberbürgermeister Marcel Philipp, Veranstaltungsmanager Rick Takvorian, Bernd Vincken, Geschäftsführer der Karlspreisstiftung, und Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs (v.r.). Foto: Harald Krömer
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Porträtiert den Karlspreisträger aus dem Blickwinkel des langjährigen Beobachters: ARD-Korrespondent Rolf-Dieter Krause. Foto: dpa
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„Letzte Ausfahrt Grexit?“: Alexander Graf Lambsdorff fragt, ob ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro denkbar ist. Foto: dpa

Aachen. An schlechte Nachrichten haben sich „die Europäer“ inzwischen ja gewöhnt. Die letzte Meldung also vorweg: Fürs AZ-Forum mit den vier hochkarätigen Presse-Profis Cerstin Gammelin, Knut Pries, Detlef Drewes und Armin Machmer, das bereits Mittwochabend in der Zentrale des Zeitungsverlags stattfindet, sind keine Anmeldungen mehr möglich.

Die Gesprächsrunde unter der Moderation von AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu ist längst ausgebucht. Aber auch diese (Karls-)Medaille hat freilich zwei Seiten. Denn das politische Heimspiel des designierten Karlspreisträgers und gebürtigen Würseleners Martin Schulz am Himmelfahrtstag 2015 steht noch mindestens fünf Wochen lang ganz im Zeichen der spannenden Begegnungen (fast) aller Art. Eurokrise hin, Grenzkonflikte her – an erfreulichen Superlativen mangelte es bei der Vorstellung des Rahmenprogramms vor dem Festakt zu Ehren des EU-Parlamentspräsidenten am 14. Mai keinesfalls, frohlockte Oberbürgermeister Marcel Philipp am Dienstag im Kreise der maßgeblichen Organisatoren im Rathaus.

„Ich bin überzeugt, dass wir diesmal eine der größten Veranstaltungen in der Geschichte des Karlspreises erleben“, betonte Direktoriumssprecher Dr. Jürgen Linden. Fast täglich leuchten prominente Begleiter, Beobachter und Botschafter der kontinentalen Idee die unterschiedlichsten Facetten des viel zitierten europäischen Gedankens aus. „Alle wesentlichen aktuellen Problemkreise werden dabei ins Blickfeld gerückt“, versprach Linden – von Russland und der Ukraine über Terrorismus und Nahost-Krise, Flucht und Integration und drohende Staatspleiten bis hin zum Freihandelsabkommen TTIP und dem Dauerbrenner namens strukturelle Demokratisierung reicht die Palette der Themen. Nicht weniger als 45 Veranstaltungen – selbstredend auch kultureller Art – füllen die über 50 Seiten starke Broschüre, die ab sofort erhältlich ist.

Konflikte und Kompromisse

Bereits am morgigen Donnerstag gibt da zum Beispiel Schulz‘ Stellvertreter Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des EU-Parlaments, brandaktuelle Einblicke in die Debatte rund um die Zukunft Griechenlands („Letzte Ausfahrt Grexit?“, 19 Uhr, Aachener Bank, Wirichsbongardstraße 50). Erhellende Schlaglichter auf Konflikte und Kompromisse im Hinblick auf die Rechtsordnung der Union wirft Professor Dr.Thomas von Danwitz, Kammerpräsident am EU-Gerichtshof („Europa im Recht“, 27. April, 18 Uhr, Justizzentrum, Adalbertsteinweg). Neben vielfältigen Analysen und Befunden rund um vermeintliche und tatsächliche politische, wirtschaftliche und soziale Problemfelder zwischen Finnland und Sizilien werden freilich auch „therapeutische“ Ansätze nicht fehlen.

Der heftig umstrittene „TTIP“-Vertrag etwa steht im Mittelpunkt beim Vortrag des ehemaligen slowenischen Ministerpräsidenten und EU-Parlamentariers Alojz Peterle (4. Mai, 18.30 Uhr, IHK, Theaterstraße 6-10). Auf Tuchfühlung mit dem Karlspreisträger geht der Brüsseler ARD-Korrespondent Rolf-Dieter Krause, der Martin Schulz seit Jahren auf dem europäischen Parkett begleitet (5. Mai, 18.30 Uhr, Sparkasse, Münsterplatz). Dessen ideelle und religiöse Fundamente stehen im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde mit drei exponierten Repräsentanten der drei großen Weltreligionen: Dr.Oded Horowitz, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden, Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, und Dr.Nikolaus Schneider, ehemaliger Präses des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, diskutieren mit Studierenden über „Europas Werte. Christlich, jüdisch – auch muslimisch?“ (7. Mai, 18.30 Uhr, Krönungssaal). Nach so vielen Fragen will der renommierte deutsch-französische Publizist und AZ-Kolumnist ProfessorAlfred Grosser am 9. Mai im neuen Centre Charlemagne ein auch persönlich geprägtes Ausrufezeichen setzen („Unsere Zukunft heißt Europa“, nur für geladene Gäste).

Apropos Zukunft: Zum achten Mal wird am 12. Mai auch der Europäische Karlspreis für die Jugend verliehen. Sämtliche 28 nationalen Gewinner des gleichnamigen Wettbewerbs sind vier Tage zu Gast. Die Preise für die drei besten Projekte zum Thema europäische Verständigung werden von Martin Schulz persönlich sowie dessen Vorgänger an der Spitze des EU-Parlaments, Professor Dr. Hans-Gerd Pöttering und OB Philipp überreicht. Und natürlich wird Schulz sich am Vorabend des Himmelfahrtstags, dem 13. Mai, der obligatiorischen Diskussion mit Studierenden und Bürgern stellen (15 Uhr, Fo1 des Kármán-Auditoriums, Eilfschornsteinstraße 15).

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