Aachen - Klinikum: Der Gigant ist jetzt schon zu klein

Klinikum: Der Gigant ist jetzt schon zu klein

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Neue Operationsbereiche sollen unterirdisch entlang der Hubschrauberlandeanlage gebaut werden. Sie erhalten Decken mit Tageslicht. Neubauten mit etwa 50.000 Quadratmetern entstehen auf den Parkplätzen.

Aachen. Große Pläne innerhalb und außerhalb des Aachener Uniklinikums: Der inzwischen unter Denkmalschutz stehende Bau auf Melaten ist zu klein geworden – und in gewissen Bereichen nicht mehr modern genug. Das jedenfalls hat der Kaufmännische Direktor des Klinikums, Peter Asché, dem Planungsausschuss der Stadt jetzt vorgetragen.

Hintergrund ist eine Bedarfsstudie des Landes für den Ausbau und die Modernisierung von sechs Unikliniken in NRW, die in einem sogenannten Masterplan münden. Darin befinden sich erste Entwürfe zu einer baulichen Erweiterung der Aachener Klinik in einem fünfstufigen Entwicklungsplan, der wahrscheinlich „bis in die Jahre 2025 und 2030“ reiche, so Asché. Die erste Stufe indessen werde bereits 2018 starten.

Die einzige Möglichkeit zur Erweiterung bestehe in Neubauten vor der Front der Klinik, also weitgehend auf dem Gelände der jetzigen Parkplätze. Dabei müsse eine Abstandsfläche von mindestens 80 Metern zum „alten Gebäude“ eingehalten werden, das sei eine Vorschrift des Denkmalschutzes. Nach ersten Entwürfen sollen mehrgeschossige Riegel quasi dem Klinikum gegenüberstehen. „An das jetzige Gebäude“, bedauerte Asché den architektonische Zwang des Baus aus den 1970er Jahren, „kann nicht einfach etwas angebaut werden“.

Andere Unikliniken könnten durch einfache bauliche Erweiterung beständig an die wachsenden Anforderungen angepasst werden. So hätten sich an der Aachener Klinik alleine im Bereich der medizinischen Forschung die Drittmittel von einst zehn auf jetzt mehr als 30 Millionen Euro jährlich verdreifacht. Das bedeute gleichzeitig Raumbedarf, erklärte Asché.

Der soll am Ende rund 50.000 Quadratmeter in mehreren zu errichtenden Häusern umfassen. Der Ist-Stand momentan sei eine Nutzfläche von rund 143.000 Quadratmetern, sagte Asché. Doch auch die Situation für Versorgungs- und Personalräume sei dem heutigen Standard nicht mehr angemessen, ebenso gebe es medizinisch begründeten Veränderungsbedarf.

Insbesondere die Situation der Operationssäle im Untergeschoss störe die Ärzte seit langem, ebenso die Kreißsäle ohne jedes Tageslicht. Für letztere plane man eine schnelle Lösung in einem Anbau am westlichen Ende des „alten“ Baus. Dort soll an einem bestehenden Turm eine neue Station für Schwerstbrandverletzte untergebracht werden und auch die Gynäkologie mit den Kreißsälen soll dorthin umziehen.

Mit den neuen OPs hat man etwas Besonderes vor. Sie werden zwar auf der Ebene „minus 1“, also im Souterrain, bleiben. Doch sie sollen als Verbindungsstrang vom alten zu den neuen Gebäuden dienen und parallel zur Anlage des Hubschrauberlandeplatzes gebaut werden, das Tageslicht komme dann „von oben“.

Den alten OPs fehle eine moderne räumliche Struktur, was nur durch einen Neubau zu beheben sei, so Asché. Als letzte Stufe sei für 2025 der Bau eines Mutter-Kind-Zentrums geplant. Der ewige Zankapfel „Parkplätze“ soll durch den Neubau eines in den Untergrund des alten Hubschrauberlandesplatzes eingebrachten Parkhauses gelöst werden.

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