Aachen - Klinikum: Behinderte im Parkkonzept „vergessen“?

Klinikum: Behinderte im Parkkonzept „vergessen“?

Von: Matthias Hinrichs
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Die Parkordnung am Klinikum wi
45 Stellplätze für Behinderte will die Apag nach der fürs kommende Jahr geplanten kompletten Neuordnung des Parkplatzes am Uniklinikum einrichten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. 45 Stellplätze für Behinderte will die Apag nach der fürs kommende Jahr geplanten kompletten Neuordnung des Parkplatzes am Uniklinikum einrichten. Damit, sagt Apag-Sprecherin Anne Linden, würden die einschlägigen Vorgaben des Landes weit mehr als erfüllt.

Das fordert eine Quote von mindestens einem Prozent. Angesichts der geplanten Gesamtzahl von 2200 Einheiten sind also mehr als doppelt so viele Behindertenparkplätze vorgesehen. Allein: Menschen mit Handicap können diese nach derzeitigem Stand nur erreichen, wenn sie Parkgebühren entrichten. Und ebendies versetzt die SPD in Rage: „Es ist für uns unverständlich, dass die Apag, anders als im Mobilitätsausschuss am 15. November beschlossen, im Rahmen der neuen Parkraumbewirtschaftung Menschen mit Behinderung die Parkplätze nicht einmal für drei Stunden kostenlos anbieten kann“, schimpft Michael Servos, Ratsherr und verkehrspolitischer Sprecher der Partei.

Die Apag-Sprecherin betonte indessen am Freitag auf Anfrage, dass entsprechende Sonderregelungen nur über die zuständigen Stellen der Stadt realisierbar seien. „Offenbar hat die Verwaltung schlicht und einfach vergessen, den Beschluss im Einvernehmen mit dem Klinikum umzusetzen“, mutmaßt auch SPD-Ratsherr Claus Haase.

Daher haben die Sozialdemokraten jetzt einen Ratsantrag gestellt mit dem Ziel, das Konzept „nachzubessern“. Gerade am Großkrankenhaus sei es unabdingbar, Behinderten kostenfreie und günstig gelegene Stellplätze zur Verfügung zu stellen, wie dies im öffentlichen Straßenraum selbstverständlich sei. Statt auf dem beschrankten Areal könnten entsprechende Parkmöglichkeiten daher auf der ebenfalls neu zu schaffenden sogenannten Umwelttrasse Richtung Klinikum ausgewiesen werden, die für Busse, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge reserviert werden soll und künftig eben auch für Behinderte offen sein müsse.

„Das wäre eine Lösung, wenn es denn so sein sollte, dass die beteiligten Stellen sich nicht einigen konnten“, sagt Servos. Schließlich dürften Autofahrer mit Schwerbehindertenausweis bei Bedarf selbst durch Fußgängerzonen fahren und ihr Blech dort sogar abstellen. Auf der Umwelttrasse könnten überdies Stellflächen in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang reserviert werden. Kurzum: „Wir fordern auf jeden Fall, dass das Konzept entsprechend überarbeitet wird“, unterstreicht Servos. Eine Stellungnahme dazu war am Freitag weder von Seiten des Klinikums noch bei der Stadt zu erhalten.

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