Kleinmarschierstraße: Obdachlosen fast zu Tode geprügelt

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ein Obdachloser ist am frühen Donnerstagmorgen in der Aachener Innenstadt bei einem brutalen Übergriff von zwei jungen Männern schwer verletzt worden. Nachdem bei dem Mann zunächst schwerste Kopfverletzungen und Lebensgefahr befürchtet worden waren, konnten die Ärzte am Nachmittag Entwarnung geben.

Das 55-jährige Opfer habe keinen Schädelbruch und auch keine Hirnschäden davongetragen, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Der Mann hatte in einem Schlafsack im Eingangsbereich eines Geschäftes gelegen, als er von den beiden Männern - zwei Brüder im Alter von 16 und 22 Jahren - gegen vier Uhr früh laut Oberstaatsanwalt Robert Deller „angepöbelt, beschimpft, geschlagen und getreten wurde”. Einer der beiden habe ihm dann eine Bierflasche auf dem Kopf zerschlagen.

Mehrere Augenzeugen hätten die Tat beobachtet und die Polizei alarmiert, so Deller. Einer von ihnen zeigte sich gegenüber der AZ schockiert von der Brutalität der stark alkoholisierten Angreifer: „Die haben in Kauf genommen, dass der Mann stirbt”, sagt der 25-jährige Yunus Gül, der das Geschehen von einem gegenüberliegenden Wohnhaus aus verfolgte.

Aufschluss über ein mögliches Motiv haben die Ermittler bislang noch nicht erhalten. „Wir wissen nicht, was der Grund für diese Gewalteskalation ist”, sagt Deller. Das liegt wohl auch daran, dass neben dem Opfer auch die beiden Tatverdächtigen noch nicht verhört werden konnten. Der Grund: Sie sind auch am Nachmittag noch derart betrunken, dass sie der Polizei nicht vernehmungsfähig erscheinen.

Festgenommen worden waren die beiden Brüder gegen 7.30 Uhr, weil sie an einer ganz anderen Stelle der Innenstadt randalierten und mit Bierflaschen gegen einen Linienbus schlugen. Gegenüber der Polizei brachten sie sich dann selber mit dem brutalen Übergriff auf den Obdachlosen in Verbindung. „Das mit dem Penner, das war ich nicht, das war mein Bruder” teilte laut Deller einer der beiden den Beamten ungefragt mit.
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