Kleines Plätzchen am Dom soll an Leo Hugot erinnern

Von: Oliver Schmetz
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Ein neuer Platz für Aachen: Das historische Pflaster zwischen St. Foillan und Katschhof soll künftig „Leo-Hugot-Platz“ heißen – als Erinnerung an den 1982 verstorbenen Dombaumeister.

Aachen. Mitten im Herzen der Altstadt erhält Aachen einen neuen Platz – zumindest was den Namen angeht. Denn der CDU-Ratsherr Ernst-Rudolf Kühn hat beantragt, einen kleinen Teil des Münsterplatzes in „Leo-Hugot-Platz“ umzubenennen, um so die Verdienste des 1982 im Alter von 57 Jahren verstorbenen ehemaligen Dombaumeisters und Stadtkonservators angemessen zu würdigen.

Schließlich habe Hugot in diesen Funktionen wie auch als Archäologe und Architekt „in der Nachkriegszeit das Gesicht der Innenstadt maßgeblich geprägt“, schreibt Kühn in der Begründung seines Antrags.

Umbenannt werden soll das kleine Plätzchen, das zwischen St. Foillan, dem Anfang der Krämerstraße und dem südöstlichen Zugang zum Katschhof an die Chorhalle des Doms angrenzt. Namentlich gehört es bislang zum Münsterplatz, räumlich aber eigentlich nicht, argumentiert Kühn.

Außerdem würde der neu benannte Platz auch an die Bauwerke angrenzen, die Mittelpunkte des Schaffens von Leo Hugot waren: Die Kirche St. Foillan habe er nach dem Krieg wieder aufgebaut, für den Dom war er als Dombaumeister verantwortlich und habe 1981 dessen Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der Unesco veranlasst – als erstes deutsches Denkmal.

Und nicht weit entfernt vom künftigen Leo-Hugot-Platz – im Hof – habe er als leitender Archäologe 1967/68 einen römischen Kultbezirk freigelegt und Kopien der Fragmente des Portikus als römische Bögen in die Platzgestaltung des Hofs integriert. Als Stadtkonservator sei Hugot „maßgeblich verantwortlich für das heutige Bild der Altstadt“, so Kühn.

So habe er unter anderem in den 60er und 70er Jahren Bestrebungen abgewehrt, die eine autogerechte Innenstadt forderten, und den großen Bestand denkmalwerter Häuser geschützt. Unter anderem das Haus Löwenstein am Markt habe er damals vor dem Abriss gerettet und wiederhergestellt.

„Eine solche Würdigung Leo Hugots ist längst überfällig“, erklärt Kühn seinen Vorstoß. Bereits vor einigen Jahren habe es ähnliche Bestrebungen gegeben, doch seien diese im Sande verlaufen. Deshalb habe er die Initiative ergriffen und die Sache nach Gesprächen mit dem Kirchenvorstand von St. Foillan, dem Bistum und der Familie Hugot wieder ins Rollen gebracht.

Am 31. August, ziemlich genau 34 Jahre nach dem Tod Hugots, wird die Bezirksvertretung Aachen-Mitte über den Antrag beraten und Aachen wahrscheinlich einen neuen Platz schenken. Widerstand erwartet Kühn jedenfalls nicht: „Ich denke, das ist für jeden unproblematisch.“

Das Pflaster im Schatten des Doms dürfte im Übrigen ein ehrenvolles Erinnern garantieren. Anders als etwa beim Hans-Stercken-Platz: Der erinnert zwar an den 1999 verstorbenen langjährigen Aachener CDU-Bundestagsabgeordneten, ist aber heute bloß ein schnöder Parkplatz vor der Annaschule. Das wird neben der Chorhalle des Doms kaum passieren...

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