Kleines Jubiläum mit großem Live-Aufgebot im Franz

Von: Eva Onkels
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Aachen. „Check, check – hallo Leute, habt ihr Spaß?“ Diese Frage von David Spencer, Sohn des in Aachen schon sehr bekannten Joe Spencer, ließ sich mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Spaß hatten die über 100 Gäste bei der 60. Live-Soiree im Franz allemal. Seit 2009 gibt es den Live-Reigen, zunächst im mittlerweile geschlossenen Jakobshof und seit einigen Jahren im Franz, organisiert und moderiert von Hejoe Schenkelberg.

Der Ablauf ist immer ähnlich – auch wenn diesmal zur Feier des „60.“ wesentlich mehr Musiker auf die Bühne kamen: Improvisation bleibt gefragt. Vielleicht ist es das, was die Soirees stets so beliebt machte: Wenn Eddie Pidancet, erster Gast des Abends, zunächst einen Stecker für seine Gitarre suchen muss oder Claudia da Pigna trotz weglaufender Zeit noch ein drittes Lied singen kann, fühlt sich das Publikum ein bisschen wie im heimischen Wohnzimmer oder bei einem Abend unter Freunden.

Es muss nicht „perfekt“ sein, es darf es vielleicht auch gar nicht. Ein weiterer spannender Aspekt der Gala: Schenkelberg moderierte wieder mit Sonja Mischor. Die beiden Musiker hatten jahrelang die Live-Soirée gemeinsam organisiert und moderiert, irgendwann übernahm Hejoe dann wieder alleine.

Die eingeladenen Gäste repräsentierten eine große Bandbreite verschiedener Musikrichtungen, Pop, Klassik, Blues, Folk und vieles mehr. Schon der Beginn: extravagant und gleichzeitig seit Kindheit bekannt. Hejoe mit seinem rot-weißen Polverini-Akkordeon und Sonja Mischor im an die 50er Jahre angelehnten Outfit spielten gemeinsam den Titelsong zur Fernsehserie Pippi Langstrumpf – auf Schwedisch. Das Publikum durfte mitsingen, gerne auch auf Deutsch.

Besonders viel Resonanz erhielt das Duo Eigenarts, das zunächst mit einem melancholisch-schwermütigen Lied mit dem schönen Titel „Das Lob der Liebe“, überzeugten und dann mit „Billa, lass uns tanzen“ für richtig Stimmung sorgte. Das Lied, das sich kritisch mit dem Braunkohletagebau auseinandersetzt, ist auch bei den Protesten gegen die großen Bagger mittlerweile ein echter Hit. Anders ist da Claudia da Pigna, mit ihrem Partner klassische Duette vortrug.

Und – obwohl eigentlich keine Zeit mehr war – dann doch gemeinsam mit Hejoe Schenkleberg auf Wunsch des Publikums noch „O mio babbino caro“ von Verdi singen durfte. Dass bei der Live-Soiree auch familienübergreifend Musik gemacht wird, zeigten David und Joe Spencer. David Spencer überzeugte mit seiner Gitarre, die er gleichzeitig auch als Percussion-Instrument nutzte. Ein spannender, guter Klang. Sein Song „People“, der zu Toleranz aufrief und die menschliche Vielfalt lobte, kam gut an. Gemeinsam mit Vater Joe folgte dann ein bisschen Blues, der natürlich nicht fehlen durfte.

Mit insgesamt 16 Musikern, darunter Piet Hodiamont, Rick Takvorian und Annalisa Derossi, bot die Soiree auch einen munteren Rückblick in die bisherigen acht Jahre. Die nächste Soiree findet dann im Dezember statt. Eingeladen ist Bluesgitarrist und Songschreiber Dieter Kaspari.

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