Aachen - Kleiner Kreisverkehr sorgt für Unmut

Kleiner Kreisverkehr sorgt für Unmut

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
11517732.jpg
Anwohner monieren, dass Autofahrer an der Einmündung des Müselterweges in die Breitbendenstraße oft zu schnell unterwegs sind. Foto: Harald Krömer

Aachen. Angesichts der Maße verbietet sich die Bezeichnung Kreisverkehr für die Einmündung des Müselterweges in die Breitbendenstraße fast von selbst, denn mit einem Durchmesser von etwa zehn Metern handelt es sich bestenfalls um ein „Kreisverkehrchen“. Daher hat man auch auf die übliche Gestaltung der Mitte des Kreisels verzichtet und diese lediglich gepflastert, weil es sich schon dann, wenn man mit einem etwas größeren PKW durch den Kreisverkehr fährt, kaum vermeiden lässt, über die gepflasterte Fläche zu fahren.

Dessen sind sich auch Josef Geiersbach und Herbert Frauenrath, zwei unmittelbare Nachbarn des Kreisverkehrs, bewusst. Was sie aber stört, ist die Tatsache, dass mehrfach am Tage massiv gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen wird. Die sieht ganz klar vor, dass ein Kreisverkehr im Rechtsverkehr durchfahren werden muss und man sich dabei an die geltende Höchstgeschwindigkeit – in diesem Fall 30 Kilometer pro Stunde (km/h) – zu halten hat. Dies sei jedoch, weiß Josef Geiersbach auf der Grundlage von ihm selbst durchgeführter Zählungen zu berichten, 50 bis 70 Mal am Tag nicht der Fall.

So durchquerten Fahrzeuge, die zwischen dem Neubaugebiet Breitbenden und der Lindenstraße unterwegs seien, den Kreisverkehr in gerader Linie und nähmen dabei, in Richtung Lindenstraße fahrend, auch in Kauf, im Kreisverkehr auf die Gegenfahrbahn zu geraten. Dabei sei oft auch überhöhte Geschwindigkeit im Spiel. Mache man, so Herbert Frauenrath, einen Falschfahrer auf den Regelverstoß aufmerksam, ernte man in der Regel Unverständnis oder gar Beschimpfungen.

Die Befürchtungen der beiden Anwohner gehen dahin, dass mit dem Baufortschritt im Neubaugebiet die Zahl der Verstöße und damit die Gefährdung für die Anwohner zunimmt. Daher fragen sie, ob denn erst etwas passieren muss, bevor Maßnahmen ergriffen werden und denken dabei insbesondere daran, dass in diesem Bereich häufig Kinder spielen.

Von Bezirkspolitik, Verwaltung und Polizei fühlen sie sich im Stich gelassen. Obwohl man die Probleme bereits mehrfach in der Bezirksvertretung angesprochen und bei einem Ortstermin mit allen Beteiligten erörtert habe, sei bislang nichts geschehen.

Den Vorwurf der Untätigkeit will man seitens der Politik und der Verwaltung nicht gelten lassen. Das Thema sei im November 2013 in der Bezirksvertretung behandelt und der bereits erwähnte Ortstermin beschlossen worden. Dabei habe die Verwaltung Mitte Januar 2014 dargelegt, dass der Minikreisel in seiner jetzigen Form genau so gebaut worden sei, damit er in jedem Punkt befahren werden könne, um etwa Müllfahrzeugen oder Rettungswagen das Linksabbiegen zu ermöglichen. Ein Rückbau des Kreisels zu einer normalen Einmündung sei von den Kosten her nicht vertretbar, da er seinerzeit auf ausdrücklichen Wunsch der Anwohner mit zusätzlichem finanziellem Aufwand geschaffen wurde.

Die überhöhten Geschwindigkeiten seien mit einer Dauermessung über elf Tage Mitte März 2014 überprüft worden. Zwar habe es dabei eine „Spitzenleistung“ von 104 km/h gegeben, aber ansonsten bei über 12 000 Fahrzeugbewegungen nichts, was über die Geschwindigkeitsverteilung in anderen Bereichen der Stadt hinausgehe.

Gleichwohl habe die Verwaltung ausnahmsweise angeboten und die Bezirksvertretung beschlossen, die Geschwindigkeiten in der Breitbendenstraße durch die Markierung von zwei wechselseitigen Parkstreifen am Fahrbahnrand im fraglichen Bereich zu reduzieren. Wegen zahlreicher noch ausstehender Markierungsarbeiten, die teilweise von viel größerer Wichtigkeit seien, könne jedoch die Realisierung geraume Zeit auf sich warten lassen.

Darüber hinausgehende Maßnahmen für die Breitbendenstraße seien wegen der in allen anderen Tempo-30-Zonen ähnlich registrierten Situationen nicht zu vertreten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert