Kleine Steppke wandeln auf Forscherpfaden

Von: Johannes Leitner
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Schnupperten in die Welt der Wissenschaft: Im FH-Gebäude an der Goethestraße lernten die Grundschülerinnen und Grundschüler Schritte von der Idee zum fertigen Produkt kennen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Maschinenbau studieren als Drittklässler? Nun ja, ganz soweit gehen die drei Mädchen und neun Jungs, die am Projekt „Helle Köpfe“ der FH Aachen teilnehmen, zwar nicht. Aber dennoch erhalten sie in 14 Veranstaltungen bis Februar Einblick in Wissenschaft und Technik.

Dabei können die Schüler hinter die Kulissen gucken und Orte entdecken, zu denen sonst nur Studenten, Dozenten und Wissenschaftler Zugang haben.

Los ging es im FH-Gebäude in der Goethestraße. Die Kinder wurden zunächst von Sozialpädagogin und Ansprechpartnerin Nadine Bellingradt-Hannig, ihrer studentischen Unterstützung Maren Schiffer und Claudia Lengfeld, die als Lehrerin der Don-Bosco-Schule in Eschweiler für die Vermittlung zwischen Schulen und FH zuständig ist, begrüßt. Nach einer Vorstellungsrunde ging es ans Eingemachte am Fachbereich 08 für Maschinenbau und Mechatronik.

Von der Idee zum Produkt

Ralf Sander, Diplom-Ingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH, hatte etwas Hochinteressantes für die Grundschüler vorbereitet. Doch zunächst stellte er eine ganz allgemeine Frage: „Was versteht ihr eigentlich unter Maschinenbau?“

Es ging ganz einfach nur darum, was den Kindern spontan zu diesem Begriff einfiel. Es kamen Antworten wie Flugzeug, Technik, Roboter, Computer, Programmierung oder Motor, alles Dinge, mit denen sich die Ingenieurwissenschaften durchaus auseinandersetzen. Und dann war es soweit: Gemeinsam mit André Hartmann, seiner studentischen Hilfskraft, startete Sander seinen Workshop „CAD/CAM – von der Idee zum fertigen Produkt“.

CAD bedeutet computerunterstütztes Konstruieren und ist ein Programm, mit dessen Hilfe man 3D-Modelle von Objekten am Computer erstellen kann. Und das durften die cleveren Steppkes nun selbst einmal ausprobieren.

Es galt, mittels Extrusion aus einem Quadrat einen Würfel zu erstellen, diesen mit einem Loch zu durchbohren und schließlich noch seine Kanten abzurunden. Durch die Unterstützung von Sander und Hartmann waren die neugierigen Jungen und Mädchen schnell in der Lage, die Kniffe des Programms in den Griff zu bekommen.

Dann wurde es richtig spannend: Jetzt ging es ans CAM - computerunterstütztes Fertigen. Das Modell des Fisches wurde zum einen mit einem 3D-Drucker zum Leben erweckt. Ein orangefarbenes Kunststoffprodukt in Fischform konnte live beim Fertigungsprozess beobachtet werden. Und das war noch nicht alles: Mit einer Fräsmaschine stellte Sander aus Aluminium ebenfalls einen Fisch her, mitsamt Augenbohrung und Gravur.

Die wissbegierigen Schüler waren beeindruckt und merkten auch, wie sich die beiden Maschinen in ihrer Geschwindigkeit unterscheiden: Der 3D-Drucker brauchte für ein einzelnes Produkt eine halbe Stunde, während beim Fräsen der Fisch bereits nach fünf Minuten hergestellt war.

Überraschung zum Abschluss

Zum Abschluss gab es noch eine kleine Überraschung: Sander und Hartmann hatten für jedes der Kinder einen Schlüsselanhänger mit einem Kunststoff- und einem Aluminiumfisch als Andenken vorbereitet. Jetzt sind alle gespannt auf die folgenden Veranstaltungen, die Titel tragen wie „Wie kann ein Auto selbstständig fahren?“, „Der zwölfbeinige Esel“, „Fahrzeuge im Windkanal“, „Wie sauer sind eigentlich Bananen?“. Immer dienstags lernen die kleinen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dann neue Orte der FH und auch das Forschungszentrum in Jülich kennen.

Der neunjährige Linus war hellauf begeistert von dem Projekt. Für Grundschüler sei es schließlich etwas sehr Außergewöhnliches, die Wissenschaft und Forschung an einer Hochschule so hautnah zu erleben. „Besonders gut gefallen hat mir, dass wir einmal selbst gesehen haben, wie ein 3D-Drucker funktioniert und dass wir mit dem Computerprogramm arbeiten durften“, betonte er.

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