Kleine „Mannschaft“, aber großes Konzert im Aachener Dom

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Ein Geschenk der Schulfamilie an den Freundeskreis: Domsingschüler singen zum 25. Mal zu Advent und Weihnacht im Aachen Dom, Mehr als 1000 Zuhörer lauschten den Stimmen und Klängen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Erwartungsfroh waren weit mehr als eintausend Besucher in den Aachener Dom gekommen. Die Mehrzahl waren Mütter, Väter und Verwandte der Domsingschülerinnen und -schüler, die ein Jubiläum am vierten Advent nicht nur miterlebten, sondern auch selbst gestalteten.

So hatte die Domsingschule zum 25. Mal zur „Musik zu Advent und Weihnacht“ in den Dom eingeladen. Hatte die jährliche vorweihnachtliche Musik der Schule bis dahin stets in ihrer Aula stattgefunden, so initiierte Gerhard Dünnwald, heute Schulleiter a.D., mit Beginn des dreijährigen Schulumbaus 1989 zum ersten Mal die Musik zu Advent und Weihnacht.

„Wir singen für Euch im Hohen Dom zu Aachen“ lautete die Einladung dazu. Die starke Besucherresonanz gab den Ausschlag, diese vorweihnachtliche Stunde hier weiterhin alljährlich zu veranstalten. „Es war meine stille Hoffnung, dass die gehörten Weihnachtsweisen dann auch in den Familien am Heiligen Abend unterm Tannenbaum gesungen werden“, versprach sich Dünnwald. So lautete dann ein Jahr später auch die Einladung: „Wir singen mit Euch im Hohen Dom zu Aachen“.

Einzug durchs Oktogon

In den ersten Jahren begleiteten ein Instrumentalkreis und das Consortium Musicum den Gesang der Mädchen und Jungen. Heute sind es die Orff-Gruppen und das Consortium Instrumentale ehemaliger Domsingschüler sowie Domkantor Marco Fühner am Orgelpositiv. Die mitsingenden Besucher werden an der Domorgel begleitet. In diesem Jahr war es zum ersten Mal der neue Domorganist Professor Michael Hoppe, der auch mit Improvisationen die vorweihnachtliche Stunde der Musik bereicherte.

Immer wieder bewegend ist der Einzug der Kinder durch das Oktogon. Im Seitengang nahmen sie unter dem Adventskranz mit den vier brennenden Kerzen Aufstellung und stimmten an: „Wir sagen euch an den lieben Advent, sehet die vierte Kerze brennt“. Nachdem fünf kleine Solisten, zwei Jungen und drei Mädchen, das „Ave Maria, gratia plena“ aus dem 17. Jahrhundert gesungen hatten, führte Schulleiterin Irma Wüller kurz in die 25-jährige Geschichte und das Programm dieser musikalischen Stunde ein, die „ein Geschenk der Schulgemeinde an den Freundeskreis“ sei, um durch gemeinsamen Gesang den Advent zu erleben.

Von den 177 Schülerinnen und Schülern waren viele erkrankt, sodass nur „mit einer kleinen Mannschaft“ gesungen wurde. Sie aber meisterte ihre Aufgabe in musikalischer Vielfalt mit Bravour, unter wechselnder Leitung von Susanne van Eisern und Irma Wüller. Immer wieder wechselten Chor und selbstbewusste kleine Solisten, Lieder und Gedichte, vertraute Weihnachtsweisen und lateinische Gesänge aus dem 14. bis 16. Jahrhundert einander ab.

Besonders hervorzuheben ist das „Gaudete“ aus Piae Cantiones von 1582, beeindruckend vorgetragen vom Chor und drei kleinen Solisten mit glockenhellen Stimmen. Dompropst Helmut Poqué dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen beigetragen hatten.

„Mit großem Fleiß und erstaunlichem Können habt Ihr alles auswendig gesungen und vorgetragen“, anerkannte der Dompropst die Leistung der Kinder und anhaltender, stürmischer Applaus brandete auf.

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