Kleine Hände sollen nicht vergeblich bitten

Von: Hans-Peter Leisten
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Wollen, dass es vielen Kindern besser geht: Petra und Pascal Savelsbergh mit ihrer neuen Stiftung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es ist ein einfacher Satz, den Pascal Savelsbergh sagt, der aber dennoch sehr viel Inhalt vermittelt: „Wir kommen nicht mehr damit klar, dass in Deutschland und in Aachen die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft.“ Mit „wir“ meint er ganz konkret seine Frau Petra und sich selbst.

Entscheidender ist aber, dass das Ehepaar jetzt ganz konkret etwas dagegen tut. Den Hebel, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, haben sie in einer neuen Stiftung gefunden: „„manus minorum – kleine Hände“. Sie soll auch mittelfristig gewährleisten, dass Kinder in schwierigen, sozialen Teilen unserer Stadt gefördert werden.

Schon länger engagiert

Petra und Pascal Savelsbergh sind mit ihrem Leben zufrieden. Was nicht von ungefähr kommt, sondern das Ergebnis ihrer Arbeit ist. Selbstredend ist das Ehe- und Elternpaar dafür dankbar – und will gerade deshalb etwas weitergeben an diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Die Hilfe soll mittels ihrer neuen Stiftung ein sicheres finanzielles Fundament erhalten: „manus minorum – kleine Hände“ kümmert sich ganzheitlich um die Bedürfnisse von Kindern in schwierigem sozialem Umfeld.

Die Idee kommt nicht von ungefähr, denn Petra Savelsbergh ist schon länger engagiert. Vor einigen Jahren übernahm sie den Vorsitz des „Vereins zur Förderung der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil Aachen Rothe Erde“. Hier kümmert sie sich mit vielen Mitstreitern um die vernünftige Ernährung der Kinder in den diversen Einrichtungen an der Barbara-straße, zudem auch in der Düppelstraße. Sie gehörte zudem zum Organisationsteam, das bereits mehrere Feste mit integrativem Charakter in der Barbarastraße veranstaltet hat. „Die Menschen im Stadtteil Rothe Erde sollen wieder ein Bewusstsein für ihr Viertel bekommen“, so hat die ehrenamtliche „Sozialarbeiterin“ das Motto dieser Idee überschrieben.

Genau diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgt auch die Stiftung, die Ehemann Pascal als ein Fachmann aus der Finanzbranche in die Wege geleitet hat. Die Stiftung „manus minorum – kleine Hände“ ist gegründet und anerkannt. Die Konzeption hat der 39-Jährige, der sich ebenfalls im Kiwanis-Club Aachen Urbs Aquensis e.V. sozial engagiert, gemeinsam mit seiner Frau entwickelt. Natürlich sind Stiftung und Förderverein für Rothe Erde inhaltlich und organisatorisch ganz nah beieinander, denn – so sagt Pascal Savelsbergh – der Förderverein müsse „gefüttert“ werden. Konkret bedeutet das, dass die direkte Hilfe vor Ort einfach ein Stück unabhängiger von Spenden werden soll, denn die Ausschüttung aus Stiftungsvermögen ist garantiert. Die Stiftung ist eine seriöse Möglichkeit, nachhaltig Hilfe zu leisten.

Inhaltlich hat die Familie Savelsbergh ihr Stiftungskonzept in die drei Schwerpunkte Ernährung, Bewegung sowie Bildung/Förderung gegliedert. Gerade in dieser Kombination sehen sie den ganzheitlichen Hilfsansatz verwirklicht. Die Bedeutung gesunder Ernährung im Kindesalter sei unstrittig, stehe aber oft im Gegensatz zur reellen Versorgung der Kinder. Hier will die Stiftung in Kooperation mit anderen Projekten, wie zum Beispiel „Aachener Kindern den Tisch decken“ der AZ, Lücken schließen und für Familien da sein, deren Situation eine Versorgung der Kinder – aus welchen Gründen auch immer – nicht zulässt.

Direkt damit im Zusammenhang steht die sportliche Betätigung der Kinder. Hier will „manus Minorum – kleine Hände“ zur Stelle sein, wenn zum Beispiel kein Geld für Vereinsmitgliedschaften oder Ausrüstungen da ist. „Weil Sport Aggressionspotenzial abbaut und Konzentration und Leistungsbereitschaft fördert“, wie Petra Savelsbergh betont.

Dritte elementare Säule der Stiftungsförderung ist der Bildungsbereich. Zusätzliche Förderung kostet ganz einfach Geld – und hier will die Stiftung direkter Ansprechpartner sein. „Viele in Armut lebende Kinder haben Fähigkeiten, die entweder noch nicht geweckt wurden oder nicht bis heute gefördert werden können – sei es in Sprachen, Mathematik oder im musischen Bereich“, sagt das Ehepaar und resümiert: „Ziel unserer Stiftung soll sein, in Armut lebende Kinder in unsere Gesellschaft mehr einzubinden und durch Förderung die Möglichkeit zu geben, gestärkt und selbstbewusst später ein normales leben aufzubauen.“

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