„Klartaixt“ füllt Edward Hoppers Bilder mit Leben

Von: Martina Stöhr
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Wagen sich an eine besondere Inszenierung: Griet Cordemans und Hajo Mans von „Klartaixt“. . Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Er trinkt Bier aus der Flasche, sie Wein. Sie will spielen, er lieber relaxen. Doch dann lässt er sich einmal mehr auf das Spiel ein: Beide lieben es, Bilder assoziativ mit Leben zu füllen. Diesmal lassen sie sich von den Gemälden des amerikanischen Künstlers Edward Hopper inspirieren und stellen dabei fest, dass es mehr und mehr Berührungspunkte zu ihrem eigenen Leben gibt.

Insgesamt 15 Bilder werden so in Szene gesetzt. Laut Regisseurin Rena Zieger vom Theater „Klartaixt“ war es leicht, Geschichten zu den Gemälden von Hopper zu erfinden. „Die Ideen sprudelten nur so“, sagt sie.

Hoppers Gemälde seien wie Bilderrätsel, die nach einer Fortsetzung verlangen würden. Die Frage, was war vorher und was nachher, hat die freie Schauspielgruppe bei ihrer neuesten Inszenierung im Theater 99 motiviert, Antworten zu suchen.

Der Zuschauer sieht sich konfrontiert mit Hoppers Gemälden im Hintergrund auf der Leinwand, und dem, was das Paar auf der Bühne daraus macht. Vor den Augen des Publikums entstehen jeweils die neuen Bühnenbilder. Eifersucht ist beim Spiel ein großes Thema. Eifersucht und die Verzweiflung einer Frau, die sich mit Medikamenten betäubt.

Die musikalischen Einschübe sind laut Zieger ganz bewusst gewählt. Nicht nur die Musik, auch der Text soll passen. Und die Gesamtheit der 15 Bilder folgt einer ganz eigenen Dramaturgie. „Das Spiel im Spiel des Ehepaares entwickelt sich zu einer Selbstanalyse der eigenen Wirklichkeit, mit Rückblicken auf Vergangenes der eigenen Ehejahre“, heißt es in der Beschreibung zum Stück.

Hoppers Gemälde jedenfalls lassen laut Zieger Kälte und Einsamkeit sehr deutlich spüren. „Und manchmal haben sie auch etwas Bedrückendes“, sagt sie weiter. Griet Cordemans und Hajo Mans erwecken als Ehepaar die Bilder zum Leben: Und das kann laut Schauspielgruppe überraschend, unterhaltsam und mitreißend sein.

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