Klares Votum für einen neuen Nahverkehrsplan

Von: Katharina Menne
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Ein neuer Nahverkehrsplan für Aachen: Welche Qualitäten sollen die Fahrzeuge besitzen? Wie geht man mit Unpünktlichkeit um? Die Politik hat beschlossen, den ÖPNV noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Foto: Michael Jaspers
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Aachen. Der Mobilitätsausschuss hat den Neuentwurf des Nahverkehrsplans in seiner Sitzung einstimmig angenommen. „Wir hoffen, dass es uns auch gelingt, diesen Plan im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten umzusetzen“, so Ausschussmitglied Jörg Hans Lindemann (CDU). Eine Entscheidung über die Endfassung fällt der Rat am 26. August.

Um welche Uhrzeit soll der Betrieb beginnen, wann fährt der letzte Bus? Wie geht man mit Unpünktlichkeit um? Welche Qualität sollen die Fahrzeuge besitzen? Solche und viele weitere Fragen behandelt der Nahverkehrsplan der Stadt Aachen. Er wurde im Jahr 1997 erstmals aufgestellt und muss nach Bedarf aktualisiert werden. Nun liegt nach 2003 die zweite Aktualisierung vor, die nach der einstimmigen Annahme durch den Mobilitätsausschuss nur noch den Stadtrat passieren muss.

Der Nahverkehrsplan hat die Aufgabe, einen Rahmen für die Entwicklung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) zu geben und die Ansprüche der Stadt an den ÖPNV verbindlich festzuschreiben. Er ist eine Analyse des Ist-Zustands und legt Maßnahmen für Verbesserungen fest. Herzstück des Plans ist das neue Betriebskonzept im Linienverkehr, das ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 umgesetzt werden soll.

Nur die Linkspartei und die Grünen machten bei der Sitzung des Mobilitätsausschusses noch zaghafte Änderungsvorschläge. So brachte Andreas Müller (Die Linke) einen Änderungsantrag ein, der mit Blick auf den Luftreinhalteplan zum Ziel hat, die Abgasstandards der Busflotte noch zu verschärfen und eine Modernisierung zu beschleunigen. Dabei ging es ihm insbesondere um die angemieteten Fahrzeuge der Subunternehmer zu den Hauptverkehrszeiten, deren Standard meist weit hinter dem der Aseag-Busse zurückbleibe. Mit Blick auf die resultierenden Kosten wurde der Antrag in der Abstimmung jedoch als nicht umsetzbar abgelehnt.

Die Änderungsvorschläge von Wilfried Fischer (Grüne) stießen dagegen zunächst auf breite Zustimmung. Es ging dabei um eine Verlängerung der Normalverkehrszeit an Samstagen auf 20 Uhr, darum, dass Busse nicht verfrüht abfahren dürfen, um eine Anschlussgarantie bei der letzten Verbindung und darum, dass baustellenbedingte Fahrplanänderungen unverzüglich in die elektronischen Informationssysteme eingespeist werden sollen.

Insbesondere die begründeten Einwände des bei der Sitzung anwesenden Geschäftsführers der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR), Heiko Sedlaczek, führten am Ende jedoch dazu, dass alle Änderungsvorschläge von Fischer nahezu einstimmig abgelehnt wurden. Argumente seitens Sedlaczek waren, dass eine Festschreibung der Normalverkehrszeit im Nahverkehrsplan bindend sei und deshalb neben stark erhöhten Kosten auch eventuelle Wettbewerbsnachteile mit sich bringe. Fahrtänderungen aufgrund von kurzfristigen Baustellen und Behinderungen seien ohne Vorlaufzeit nicht in die Systeme einpflegbar, im Voraus geplante Baustellen würden dagegen bereits berücksichtigt.

Neben den Gesprächen zum Nahverkehrsplan ging es in der Ausschusssitzung auch um den aktuellen Stand des Ausbaus der Euregiobahn RB20. Ab Dezember wird die grenzüberschreitende Verbindung nach Heerlen wegfallen. Bis die geplante Zuglinie Maastricht-Aachen über Heerlen, deren Eröffnung für März 2018 geplant ist, existiert, wird zwischen Herzogenrath und Heerlen ein Pendelverkehr eingerichtet. Die Betriebsaufnahme der vollständigen Ringbahn, die Stolberg mit Herzogenrath verbinden soll, ist für Mitte des kommenden Jahres geplant.

Außerdem ist eine komplette Elektrifizierung der Strecke in Planung, die stark befürwortet wurde. Sedlaczek nutzte seinen Vortrag dazu, die Mitglieder dafür zu sensibilisieren, dass die finanziellen Mittel innerhalb der NRW-Nahverkehrsverbünde ungerecht verteilt seien. Diese wollen sich für eine Angleichung einzusetzen.

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