Klares Plädoyer für den Verbleib der Abendschule

Von: Max Stollenwerk
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Aachen. Eigentlich war die offizielle Tagesordnung des Kinder-, Jugend- und Schulausschusses bereits abgearbeitet – wäre da nicht der letzte Punkt gewesen: Mitteilungen der Verwaltung. Einige Ausschussmitglieder hatten bereits begonnen, ihre Unterlagen einzupacken, und waren startklar für den Heimweg, bevor die Diskussion noch einmal Fahrt aufnahm.

Streitpunkt war die für den 1. August 2017 geplante Zusammenführung von Euregio-Kolleg und Abendgymnasium, die seit mittlerweile bereits anderthalb Jahren ein Thema ist. Im städteregionalen Schulausschuss wurden bereits – entgegen der Planungen – Details über den vorgesehenen Standort ab dem nächsten Schuljahr in Würselen bekannt.

In Aachen gebe es angeblich keine Alternative, und die Stadt Aachen habe sich deutlich zu dem Thema positioniert, hieß es seitens des verantwortlichen städteregionalen Dezernenten für Bildung, Markus Terodde. Im Kinder-, Jugend- und Schulausschuss des Stadtrats wurde nun jedoch ein anderes Szenario präsentiert. Einigkeit herrschte lediglich über die Notwendigkeit der Zusammenführung der beiden Schulen- die Standortfrage schien dagegen alles andere als geklärt.

Seitens der Verwaltung hieß es, dass die „Standortfrage noch nicht geklärt“ sei und dass sie „mögliche Immobilien prüfen“ wolle. Von der Behauptung, dass es „in Aachen keinen möglichen Standort für die Schule gibt“, distanzierte sich die Verwaltung eindeutig, da noch nicht alle Möglichkeiten ausgelotet worden seien. Holger Brantin (CDU) begrüßte das Vorhaben der Verwaltung, „Zeit für die Suche einer geeigneten Immobilie in Aachen zu bekommen“. Schließlich seien „80 Prozent der Schüler aus Aachen“, sodass ein Standort dort zu begrüßen sei.

Dass es in Aachen zudem immer mehr leerstehende Schulen gebe, wurde ebenfalls angemerkt. Es sei „unerlässlich, dass der Hauptstandort in Aachen bleibt“, hieß es von einigen Ausschussmitgliedern. Michael Sahm äußerte sich aus Sicht der Piraten ebenfalls deutlich zu dem viel diskutierten Thema: „Mit der Stadt Aachen findet ständig ein intensiver Austausch zu diesem Thema statt.“

Durch die „überraschende Aussage, dass es in Aachen nun keine Lösung geben soll“, fühle man sich „vor den Kopf geschlagen“. Aus seiner Sicht sei es „sehr schade, wenn Aachen diesen Standort verlieren würde, da dies den Bildungsstandort Aachen in jedem Falle schwächt.“

Nach der teils emotional geführten Debatte wurde die Verwaltung schließlich einstimmig beauftragt, „einen Hauptstandort mit geeigneten und ausreichenden Räumlichkeiten für das Abendgymnasium Aachen in der Stadt Aachen zu ermitteln oder alternativ eine andere Übergangslösung zu entwickeln“. Die Standortfrage dürfte also auch in den kommenden Wochen und Monaten noch öfter auf der Tagesordnung stehen.

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