Klares Bekenntnis der Grünen zur europäischen Idee

Von: Rolf Hohl
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Sie treten in den vier Aachener Wahlkreisen als Direktkandidaten der Grünen bei der Landtagswahl 2017 an: (v.l.) Karin Schmitt-Promny, Lukas Benner, Eva Malecha und Jonas Paul. Foto: Rolf Hohl

Aachen. Die Grünen in Aachen bereiten sich auf das Wahljahr 2017 vor. Sie wollen mit einem geschärften Profil auftreten, wenn dann im Mai der nordrhein-westfälische Landtag und im September der Bundestag neu zusammengesetzt werden.

 Bei der Wahlversammlung des Kreisverbandes am Freitagabend haben sie mit der Wahl ihrer Direktkandidaten einen Schritt in diese Richtung gemacht. Vor dem Hintergrund des Austritts Großbritanniens aus der EU wurde die Versammlung im Technologiepark Herzogenrath vor allem ein deutliches Bekenntnis aller Kandidaten für die europäische Einigung.

„Es ist ein schwarzer Tag, an dem wir die Pflicht haben, für Europa einzutreten. Dieses Friedensprojekt müssen wir erhalten“, sagte Karin Schmitt-Promny. Die 62-Jährige ist bereits seit 2015 Mitglied des Landtags und wurde mit 23 von 30 Stimmen erneut für den Wahlkreis Aachen 1 bestätigt. Sie wolle ihre bisherige Arbeit fortsetzen und sich für ein fundiertes gesellschaftliches und schulisches Umfeld einsetzen, was die Grundlage für gute Bildung sei. Sie musste sich allerdings auch Kritik gefallen lassen für das noch immer nicht durchgesetzte Wahlrecht für Drittstaatler, einem Kernanliegen der Grünen auf Landesebene.

Für den Wahlkreis Aachen 2, in dem er gegen Größen wie Armin Laschet und voraussichtlich auch Daniela Jansen antritt, wurde Jonas Paul ins Rennen geschickt. Sein Kernthema ist schon seit Jahren der Kampf gegen Rechtsextremismus, wozu der 37-Jährige Aachener die AfD zählt. „Diese Partei ist der absolute Gegenentwurf dessen, wofür wir Grüne seit Jahren kämpfen. Wir müssen uns dieser unsozialen, nationalistischen und rassistischen Polemik entgegenstellen“, sagte er. Wer Stimmung gegen Flüchtlinge mache und Menschlichkeit als „Gutmenschentum“ verspotte, passe nicht zu einer offenen und toleranten Gesellschaft.

Angesichts eines möglichen Einzugs der AfD in den Landtag positionierte sich auch die Direktkandidatin des Wahlkreises Aachen 3, Eva Malecha, gegen die Rechtspopulisten. „Ich fühle mich gestärkt, ihren hohlen Phrasen und ihrem provokanten Auftreten vernünftig entgegenzutreten“, sagte die 27-jährige Politikstudentin. Zudem wolle sie die Inklusion von Menschen mit Behinderung zu ihrem Thema machen. „Auch wenn schulische Inklusion mittlerweile in alle Munde ist, sind wir noch sehr weit von der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention entfernt.“

Wie Malecha wurde auch der 20-jährige Lukas Benner mit 20 von 20 möglichen Stimmen für seinen Wahlkreis, Aachen 4, gewählt. Er wolle sich besonders für die Anbindung des ländlichen Raumes einsetzen, was sowohl den Verkehr als auch Zugang zu schnellem Internet bedeute. „Ich möchte außerdem für ein besseres Verständnis für den Wert des Waldes kämpfen. Dass er eben mehr ist, als ein wenig Holz, das man ernten kann“, sagte er. Zum Naturschutz, dem Markenkern der Grünen, zählt er auch die Reduzierung von Lichtverschmutzung und den Kampf für das Wohl der Tiere. Solange diese nur eine Ware seien, gehe er auf die Straße und gebe ihnen eine Stimme.

Eine von vielen Stimmen, die vielleicht bald schon im Landtag zu hören sein werden, wenn am 14. Mai kommenden Jahres gewählt wird.

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