Klare Ansage: Jetzt der Alemannia helfen!

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Sie werben als Alemannia-Fans für Aufbruchstimmung, Vertrauen und Sponsoring: Thomas Gronen, Johannes Delheid und Martin Fröhlich (von links), stellvertretend für ihr Unterstützerteam. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Sie sind Anwälte und Unternehmer, Ärzte, Handwerksmeister oder im Sozialbereich tätig. Sie sind geborene oder zugereiste Herzens-Öcher – und sie sind vor allem eines: Alemannen. Trotz der Probleme des Klubs? Nein, gerade wegen der Probleme des Klubs.

Statt sich abzuwenden oder sich ins Heer der Frustrierten einzugliedern, sagen sie: „Wir müssen jetzt der Alemannia helfen. Gerade jetzt.“ Eine Gruppe von Engagierten um die Rechtsanwälte Dr. Martin Fröhlich und Johannes Delheid sowie den Malermeister und Unternehmer Thomas Gronen hat sich zusammengefunden, um in ihrem direkten Umfeld Unternehmer und Geschäftsleute anzusprechen und für die Sache Alemannia Aachen zurückzugewinnen. Mit einer eindeutigen Zielsetzung, wie Delheid es formuliert: „Die Unterstützung ist eine regionalpolitische Aufgabe. Aachen ohne Alemannia geht nicht. Wann sollen wir helfen, wenn nicht jetzt.“

Genau wie seine Mitstreiter ist Delheids Engagement komplett ehrenamtlich und resultiert aus idealistischen Motiven. Der Jurist, der als kleiner Junge noch Branko Zebec am Tivoli sah, will, dass es wieder aufwärts geht: „Der Insolvenzverwalter Christoph Niering muss naturgemäß einen konservativen Etatansatz verfolgen. Wir wollen Gelder auftreiben, damit Trainer Fuat Kilic ganz einfach bessere Spieler holen kann.“ Nur so könne man den Teufelskreis Regionalliga verlassen. Attraktiven Fußball zeigen, oben mitspielen – und dann schnell aufsteigen.

Breite Basis

Martin Fröhlich ist einer der wenigen Offiziellen in dem inoffiziellem Gremium. Der Vorsitzende des aktuellen Notpräsidiums trennt diese beiden Engagements aber voneinander. Es gehe mitnichten darum, ein Schattenpräsidium oder Kandidaturen für die neuen Gremien vorzubereiten. Es gehe jetzt darum, der Alemannia auf möglichst breiter Basis zu helfen. Und je mehr bei diesem Engagement mitmachten, umso besser.

Er nennt zum Beispiel Maximilian Baur, auch im derzeitigen Vorstand, Akademiker mit hervorragendem Ansehen in der Fan-Szene. Oder Alois Poquett, Geschäftsführer des Hilfsvereins „Wabe“, der seit jüngstem die Fan-Kneipe Klömpchensklub im Tivoli betreibt. Zum Team gehörten auch der Arbeitsmediziner Dr. Andreas Neuss und Dr. Rüdiger Coerdt von den Alemannia-Leichtathleten. Sie alle wollen jetzt auf die schwarz-gelbe Pauke hauen und die regionalen Unternehmer zurück ins Stadion holen. Sie werben um Vertrauen.

Thomas Gronen ist zum Beispiel davon überzeugt, dass die Euphorie bei ganz vielen Aachenern nur schlummert, und sagt: „Wir brauchen eine Vision, denn wir brauchen diesen Verein.“ Er sei ein wahnsinniges Zugpferd für die Region. Daher sei das Engagement jetzt gefordert und nicht erst – wie er oft in Gesprächen höre –, wenn der Klub mal wieder in der 3. Liga sei. Gronen arbeitet im Wirtschaftsbeirat der Alemannia mit und war sofort mit von der Partie, nachdem die bisherigen Gremienvertreter zurückgetreten waren und sich ein Vakuum auftat.

Natürlich erfolgt die ehrenamtliche Suche nach Unterstützern in engem Austausch mit Insolvenzverwalter Niering. Dieser sei bisher sehr konstruktiv, aber die Detailarbeit beginne erst jetzt. So fungieren die Ehrenamtler als Werber, Ansprechpartner, Motivatoren. Sie sprechen Partner und potenzielle Sponsoren an und werben genauso für Vertrauen wie für mögliche Pakete. Als Verfügungsbefugter der Alemannia GmbH muss das Team Niering eventuelle Abschlüsse dann umsetzen, hier in erster Linie der von ihm eingesetzte Geschäftsführer Andreas Pulver.

Natürlich wissen alle, dass auch in der Vergangenheit vergleichbare Versuche gestartet wurden – der Erfolg war eher überschaubar. Der Blick zurück helfe niemandem, sagen die Initiatoren unisono. „Aber wenn jedes Unternehmen nur zwei Business-Seats kauft, wäre schon sehr viel gewonnen“, sagt Martin Fröhlich. Und dann werde auch das Denken über die Alemannia in der Bevölkerung genauso wie in der Politik wieder positiver. Johannes Delheids Aussage spricht Klartext: „Alemannia Aachen ist jetzt unten. Sie braucht jetzt Hilfe.“ Und Martin Fröhlich ergänzt: „Es nicht zu versuchen, ist gar keine Alternative.“

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