Aachen - Klänge des Aachener Gitarren-Professors gehen unter die Haut

Klänge des Aachener Gitarren-Professors gehen unter die Haut

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Ein wahrer Meister seines Faches: Professor Hans-Werner Huppertz brillierte beim Gitarren-Konzert in der Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Natürlich war es ein Heimspiel für den Aachener Gitarren-Professor Hans-Werner Huppertz, der seit seinem eigenen Studium zum ersten Male in „seiner“ Hochschule als Solist auftrat. Aber was für eines! Im Rahmen des 2. Aachener Gitarrenpreises begeisterte Huppertz das zahlreich erschienene Publikum mit einem höchst abwechslungsreichen Programm unter dem Titel „Baroque et Belle Epoque“.

Dabei versteht Huppertz möglichst jede Zeit als eine „Belle Epoque“. Er begann sein Rezital mit drei melancholischen Stücken des Paraguayers Agustin Barrios. Nach Südamerika-Atmosphäre dann zwei Sonaten des Italieners Domenico Scarlatti, im Original für das Cembalo geschrieben, hier gekonnt arrangiert und umgesetzt auf der Gitarre. Schließlich erklang Musik aus dem Mutterland der Gitarre: Spanien. „Rosita“, „Alborada“ und „Capricho Árabe“, drei Charakterstücke von Francisco Tárrega, dem Erneuerer der spanischen Gitarrentechnik. Spannend war die Gegenüberstellung der Tänze des englischen Barockmeisters Henry Purcell und der moderneren Musik von Antonio Ruiz Pipo, hier geradezu „jazzige“ Klänge, dort Anklänge an die Musik der Renaissance, die sich von der strengen Form zum wilden Tanz steigerte.

Nach der Pause erklang die groß angelegt Fantasie originale von José Viñas, eines Vorläufers von Tárrega. Huppertz gestaltete auch hier mit großem Ton, rhythmischer Perfektion und erlesenem musikalischem Geschmack. Ein ganz anderes Kapitel ist die Musik des früheren Aachener Dekans Herbert Nobis: in Anklängen an die musikalische Renaissance hat er für Huppertz im Variationszyklus „Maienzit, ane nit“ eine köstliche mittelalterliche Schlägerei inszeniert, an der man als Zuhörer gerne beteiligt war.

Natürlich durfte auch ein Werk aus der „Belle Epoque“ der musikalischen Klassik nicht fehlen: Mauro Giulianis Variationen über das seinerzeit beliebte „Grobschmied“-Thema von Händel boten dem Gitarristen alle Möglichkeiten, seine überragenden Fähigkeiten auf dem Instrument zu demonstrieren. Zum Abschluss eine echte Entdeckung: die Aire Vasco, die baskische Arie des hierzulande völlig unbekannten Spaniers Antonio Jiménez Manjón, dessen Werke Huppertz gerade neu editiert und für die Gitarrenwelt wieder entdeckte.

Ein spannender, abwechslungsreicher Abend edelster Töne, die unter die Haut gingen: ein musikalischer Hochgenuss! Aber Huppertz brillierte auch mit köstlichen, humorvollen und äußerst informativen Erklärungen zu den einzelnen Werken. Die Einnahmen aus dem CD-Verkauf von 655 Euro stiftete Huppertz für die „Aktion Deutschland hilft“ zugunsten der Opfer auf den Philippinen.

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