Kornelimünster - Kita zieht in Etappen in neue Quartiere um

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Kita zieht in Etappen in neue Quartiere um

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Kornelimünster. Zumindest eines ist jetzt klar: Die städtische Kita Alfons-Gerson-Straße in Kornelimünster zieht in Etappen in neue Quartiere um. Für alle Kinder über drei Jahren geht es vorübergehend ins Jakob-Büchel-Haus nach Walheim.

Danach sollen sie auf unbestimmte Zeit in den Containern an der Barbarastraße in Rothe Erde betreut werden, in die zuletzt die Kita Weißwasserstraße ausgelagert war, als in ihrer Nachbarschaft die Altlastensanierung im Industriepark Rothe Erde lief. Die Verwaltung arbeitet in diesem Zusammenhang mit Hochdruck daran, einen Shuttle-Service zu der weit entfernten neuen „Heimat“ auf die Beine zu stellen. Die jüngeren Kinder sollen zunächst bis zum 10. September in den Räumen der Pfadfinder gleich neben der Kita unterkommen.

Das war es dann aber auch schon an Klarheiten. Denn weiterhin gibt das geschlossene Kita-Gebäude in Kornelimünster Rätsel auf. Wie berichtet, hatten Luftmessungen vom 13. August in einem Raum einen erhöhten Wert der Glykolverbindung EGBE (Ethylenglycolmonobutylether) ergeben. Freitag wurde betont, die Werte seien nur „leicht erhöht“ gewesen. Abermals wurde zudem unterstrichen, dass sich daraus „keine Gesundheitsgefährdungen“ ergäben. „Das wäre nur dann der Fall, wenn der Wert über einen längeren Zeitraum erhöht wäre. Bei früheren Messungen konnten keine erhöhten Glykolwerte festgestellt werden“, so Stadtpressesprecher Hans Poth.

EGBE gilt nach bisheriger EU-Gefahrstoffkennzeichnung als „gesundheitsschädlich“. Nach der ab 2015 geltenden deutlich detaillierteren Beschreibung ist der Stoff beim Einatmen und bei Hautkontakt giftig. Hautreizungen und schwere Augenreizungen können durch die Chemikalie verursacht werden.

Vor allem die Augenreizungen sind eines der Symptome, über die Erzieherinnen der Kita seit rund zwei Jahren klagen – ebenso über einen penetranten Gestank in den Räumen. Auch das würde auf EGBE zutreffen, denn bei Erwärmung bildet die Verbindung beißende und reizende Dämpfe. Da die Stadt davon ausgeht, dass mit EGBE einst der Estrich gereinigt wurde, bevor man die Bodenbeläge aufbrachte, passt auch hier ein Puzzlestück. Denn die Kita verfügt über eine Fußbodenheizung, die für besagte Erwärmung gesorgt haben könnte.

Verflüchtigung

Dennoch glaubt die Verwaltung nicht daran, dass die Chemikalie schon länger in der Kita ausdünstet und für die Erkrankungen der Erzieherinnen wie auch den Gestank verantwortlich ist. Vielmehr wird angenommen, dass sie erst beim jüngsten Bodenaustausch in den Kita-Ferien freigesetzt wurde. Denn: Es hatte bereits in der Vergangenheit zwei Messreihen gegeben, bei denen der Wert der Glykolverbindung nicht erhöht gewesen sei. Weswegen man nun auch davon ausgeht, dass sich der Stoff in der Luft „kurz- bis mittelfristig“ wieder verflüchtigt. Anfang September soll es erneut Messungen geben. Die Kita war im Übrigen nicht wegen der Messwerte geschlossen worden, sondern bereits vor deren Bekanntwerden wegen des immer noch vorhandenen Gestanks.

Andere Ursache für Gestank?

„Die Geruchsbelästigungen müssen eine andere Ursache haben“, heißt es weiter. Wobei kaum von reinen Geruchsbelästigungen die Rede sein kann. Besagte Symptome bei den Erzieherinnen, die auch zu krankheitsbedingten Ausfällen führten, hatte die Stadt dieser Tage als „subjektiv“ bezeichnet. Objektiv gebe es eben „nur“ den Geruch, nicht aber nachgewiesene Schadstoffe. Was hinter dem mysteriösen Gestank steckt, dem will man nun mit Nachdruck auf den Grund gehen.

Freitag gab es eine Art Krisengespräch zur weiteren Vorgehensweise in Sachen Kindergarten Alfons-Gerons-Straße, an dem der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule, das Gebäudemanagement, der Arbeitsschutz und das Gesundheitsamt der Städteregion beteiligt gewesen seien. Terminiert war dieses Gespräch nach ersten Aussagen ursprünglich auf Montag, nun wurde es vorgezogen. Bis Montag seien dann „noch einige Sachverhalte zu klären“, bevor man dann per Pressekonferenz an die Öffentlichkeit gehen will. In einem Schreiben von Fachbereichsleiterin Elke Münich an die Eltern ist auch die Rede davon, dass neben externen Experten und Verwaltungsfachleuten auch Elternvertreter und die Kita-Leiterin daran teilnehmen werden.

In den gestrigen Ausführungen heißt es, dass der Kindergarten erst dann wieder geöffnet werden soll, „wenn die Ursache für die Geruchsbelästigung gefunden und behoben ist und wenn alle Messwerte unbedenklich sind“.

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