Aachen - Kita Wichernstraße: Partyraum wird Kindertraum

Kita Wichernstraße: Partyraum wird Kindertraum

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
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U3-Betreuung wandert in eine Kleingartenanlage: Am Hangeweiher haben Annette Host (Leiterin der Kita "Gartenkinder") und ihre Schützlinge ein neues Zuhause gefunden. Foto: Andreas Steindl
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U3-Betreuung wandert in eine Kleingartenanlage: Am Hangeweiher haben Annette Host (Leiterin der Kita "Gartenkinder") und ihre Schützlinge ein neues Zuhause gefunden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zum Schluss kullerten ein paar Tränen. Doch es waren ausschließlich Freudentränen, die Kita-Leiterin Annette Host bei ihren Begrüßungsworten anlässlich der Übergabe der Räume in der Kleingartenanlage Hangeweiher vergoss.

Dem Außenstehenden wurde dabei schnell klar, dass hier etwas Außergewöhnliches entstanden und gelungen war. Die Geschichte vom Partyraum der Gärtner hin zum hellen, kindgerechten Kinderhort darf als ungewöhnlich bezeichnet werden.

Der Mietvertrag der Kindertagesstätte Wichernstraße konnte nicht mehr aufrechterhalten werden, händeringend suchte Host eine Alternative. Bei einem Spaziergang fiel ihrem Mann der leere Veranstaltungsraum der Kleingartenanlage Hangeweiher auf. „Das wäre ein geeigneter Raum“, dachte Host.

Ihr Mann sorgte mit sanftem Druck dafür, dass erste Kontakte zum Gärtnerverein geknüpft wurden, erste Gespräche mit der Vorsitzenden Carola Ganser fanden eine gemeinsame Basis. „Der Veranstaltungsraum war für unseren Verein ein Zuschussgeschäft“, blickte Ganser zurück. Die Zahl der Feiern nahm immer weiter ab, der Raum stand oft und lange leer. In einer emotionalen Mitgliederversammlung entschieden die Mitglieder, das Abenteuer zu wagen und den Umbau ihres Freizeitraumes zur Kita mitzutragen. Host und Ganser krempelten in der Folge alle vorhandenen Ärmel hoch und stürzten sich in die Arbeit. Erste Gespräche mit Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt in der Bürgerstunde folgten.

„Ich war von Beginn an von dieser Idee begeistert“, erklärte die Politikerin. Ihre Hilfe öffnete den Verantwortlichen in der Folge so manche Tür. Auch sonst war die städtische Unterstützung optimal. Der Vater einer Hort-Angestellten ist und half zusätzlich bei den entsprechenden Behördengängen.

So war es nicht erstaunlich, dass in der kurzen Zeit von nur zwölf Monaten ein helles, freundliches Gebäude entstehen konnte, in dem 15 Plätze für die U-3 Betreuung nach der Montessori-Lehre zur Verfügung stehen. Der Verein stemmte den Umbau, die Kita ist Dauermieter, und die früher noch skeptischen Vereinsmitglieder haben ihre Meinung mittlerweile geändert.

Die Verantwortlichen waren durchaus der Meinung, dass dieses Projekt Modellcharakter für ganz Deutschland haben kann. „So wie hier haben wahrscheinlich viele Gartenkolonien oder andere Vereine Räumlichkeiten, die brach liegen und anderweitig genutzt werden könnten. Warum nicht so wie hier“, waren die beiden Damen überzeugt. Menschen, die sich über ihr Vorgehen informieren wollen, sind willkommen.

Diejenigen, um die es eigentlich ging, waren derweil mit anderen Dingen beschäftigt. Wenn es darum geht, Bilderbücher zu gucken oder auf der Tigerente durchs Zimmer zu reiten, müssen auch schon einmal die Nudeln vom Mittagessen warten. Labradudel-Mischung Ella gehört zum Stammpersonal, hat in allen Räumen Zugang und ist allseits als zusätzliche „Aufsicht“ akzeptiert. Man trifft auf eine kleine Idylle. Am Nachmittag wird in der Kita mit den Kleingärtnern das Erntedankfest gefeiert.

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