Kornelimünster - Kita-Geruch: Weniger Giftstoffe, aber immer noch Gestank

Kita-Geruch: Weniger Giftstoffe, aber immer noch Gestank

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Positive Entwicklung: Die Werte der vier gemessenen Stoffe in der Kita Alfons-Gerson-Straße, die teils als gesundheitsgefährdend, teils als giftig eingestuft werden, sind deutlich zurückgegangen. Foto: M. Jaspers

Kornelimünster. In Sachen Kita Alfons-Gerson-Straße gibt es endlich einmal etwas Positives zu vermelden: Die Werte der vier dort gemessenen Stoffe, die teils als gesundheitsgefährdend, teils als giftig eingestuft werden, sind deutlich zurückgegangen. Das haben laut Stadt Kontrollmessungen am 4. September ergeben.

Im Juni und Juli waren erhöhte Werte für Benzothiazol, 2-Ethylhexanol und Naphtalin festgestellt worden, im August schlugen die Analysegeräte bei einer Glykolverbindung an. Bei den ersten drei Stoffen geht man davon aus, dass sie auf dem Aufbau des Bodens zurückzuführen waren beziehungsweise als Verunreinigung in einem neu verlegten Bodenbelag vorkamen. Die Glykolverbindung wird einem Reinigungsmittel zugeordnet.

Seit der Schließung der Kita Ende August waren Gegenmaßnahmen eingeleitet worden. Die Bodenbeläge wurden herausgerissen, Kleberreste entfernt und der Estrich ein gutes Stück abgeschliffen. Außerdem wurde die Fußbodenheizung hochgefahren und verstärkt gelüftet. Im Ergebnis seien die Werte aller zuvor nachgewiesenen Stoffe „erheblich reduziert“. Und: „Die zugehörigen Vorsorgewerte sind erheblich unterschritten“, teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Erneut betonten die Behörden, dass nach ihrer Einschätzung eine Gesundheitsgefährdung für die rund 100 Kinder und Erzieherinnen zu keinem Zeitpunkt bestanden habe. Angesichts der Höhe der Messwerte sei dies – sowohl als Einzelstoffe wie auch für den „Mix“ – ausgeschlossen.

Diese Mitteilungen der Stadt bedeuten nun aber nicht, dass die „Bewohner“ der Kita in Kornelimünster im Wortsinn aufatmen können. Geblieben ist nämlich die Geruchsbelästigung in dem Gebäude, wegen der in den vergangenen zwei Jahren bereits mehrfach Bodenbeläge mehr oder minder erfolglos ausgetauscht worden waren. Woher der Gestank kommt, bleibt ein Rätsel. Und die Erläuterungen führen zu der Frage, wovon Erzieherinnen krank geworden waren. Schlug ihnen der Dauergestank derart auf die Psyche, dass sie Krankheitssymptome entwickelten? Da wäre dann die Frage zu beantworten, ob ein subjektives Empfinden, wie es die Stadt mehrfach genannt hat, zu brennenden Augen und Atemnot führen kann.

Auch in Sachen Gestank hatte die Stadt jüngst bei einer Pressekonferenz lückenlose Aufklärung zugesagt. Klaus Schavan, Chef des städtischen Gebäudemanagements hatte gesagt, dass man in Sachen Böden nun „Tabula rasa“ machen und auch den Estrich erneuern wolle. Die Aussagen am Mittwoch klangen etwas zurückhaltender. „Nächste Woche wird es ein weiteres internes Gespräch zum weiteren Vorgehen geben“, sagt Björn Gürtler vom Presseamt. Dort soll besprochen werden, wie man nun weiter vorzugehen gedenkt.

Zunächst will man offenbar auch abwarten, ob nach dem Entfernen sämtlicher Bodenbeläge und dem Abfräsen des Estrichs die Geruchsbelästigung nicht doch verschwindet. Das von der Stadt mit den chemischen Untersuchungen beauftragte Expertenbüro „ECO – Luftqualität und Raumklima“ aus Köln habe angesichts der jüngsten Messwerte „keine Bedenken gegen den Aufbau eines neuen Bodenbelags“.

Was auch immer die interne Beratung ergibt, so werde man auf jedenfall umgehend die Eltern über die Ergebnisse der Gespräche informieren und sie in die weiteren Planungen einbeziehen, hieß es am Mittwoch. Die Eltern hatten der Verwaltung unter anderem mangelnde Transparenz vorgeworfen.

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