Kita-Ausbau: Platz für kleine Kinder im Gewerbegebiet

Von: Thorsten Karbach
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Es muss ganz genau gerechnet werden: Kapazitäten für Unterdreijährige müssen her. Aber wie viele?

Aachen. 16 Aachener Immobilienbüros haben das Gewerbegebiet Eilendorf-Süd durchsucht. Gefunden haben sie zwei mögliche Standorte für eine neue Kindertagesstätte.

Die soll es zusätzlich zum längst auf den Weg gebrachten Ausbau für Unterdreijährige geben, und es wird eine bemerkenswerte Einrichtung, denn man muss sie als eine Art firmenübergreifenden Betriebskindergarten verstehen.

Die Planung begann mit einer Umfrage bei den Firmen des Gewerbegebietes. Das Ergebnis war eindeutig: Der Bedarf ist riesig. So groß, dass die neue Einrichtung gleich fünf Gruppen mit 84 Plätzen anbieten soll. Möglicher Träger ist die Arbeiterwohlfahrt. Einen Zeitplan gibt es noch nicht, zunächst müsse laut Stadtverwaltung ein Bauherr beziehungsweise Investor gesucht werden. Einer reicht hier übrigens.

Überall in der Stadt werden in den nächsten Jahren neue Kindergartenplätze geschaffen. Sie müssen geschaffen werden. Nicht weil es mehr Kinder gibt, sondern weil ab 2013 auch die Zweijährigen (U3-Kinder) einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz haben. Man geht davon aus, dass 35 Prozent diesen Rechtsanspruch auch nutzen werden. Aber so richtig, weiß dies keiner. Das erschwert die Planung.

Der Ausbau kann nur auf Prognosen und Umfragen basieren. Laut Vorlage für den Kinder- und Jugendausschuss (tagt am 7. Februar um 17 Uhr im Verwaltungsgebäude Mozartstraße) werden demnach nun 173 neue U3-Plätze geschaffen, allerdings fallen gleichzeitig 75 Plätze etwa an privatgewerblichen Einrichtungen und sogenannten Spielgruppen (drei werden geschlossen) weg. So bleibt es bei einem Plus von 148 Plätzen - was einem Versorgungsgrad von 30,54 Prozent (der im Land liegt bei gerade einmal 15,9 Prozent) entspricht. Die Zahl der „normalen” Kindergartenplätze wird um 178 reduziert, auch weil weitere Plätze für U3-Kinder umgewandelt werden. Auf dem Papier wird damit hier der Versorgungsgrad von 100 auf 95,5 Prozent runtergefahren, doch reiche dieser laut Verwaltung in Aachen allemal aus. Nicht alle Eltern schicken ihre Kinder demnach in die Kita.

Auf dem Weg zu den 35 Prozent sind durch Umbau (Passstraße, Kronenberg) im Bestand beziehungsweise Neubau (Kalverbenden, Eintrachtstraße, Nerscheider Weg, Reimser Straße, Krefelder Straße) von Einrichtungen weitere 55, durch Einrichtung von Großgruppen in der familiären Tagespflege (eine Art Zwischending aus Kita und Tagesmutter) 45, und durch den Ausbau der Kapazitäten der Tagesmütter 50 Plätze geschaffen werden. Damit käme die Stadt auf 1940 Plätze - einem Versorgungsgrad von 33,74 Prozent bis 2013. Bis zum 1. August 2013 müssten also noch 111 weitere Plätze geschaffen werden. Doch ob bis dahin alle anvisierten Zahlen überhaupt erfüllt werden können, kann laut Verwaltung „nicht abschließend beurteilt werden”.

Eine weitere Baustelle bleibt: Im laufenden Kindergartenjahr gibt es 196 integrative und 107 heilpädagogische Kitaplätze für Kinder von drei bis sechs Jahren. Das entspricht einem Versorgungsgrad von gerade einmal 4,8 Prozent. Die Zahl der integrativen Plätze wird - so ist es zumindest geplant - auf 200 erhöht (Versorgungsgrad 5,2 Prozent). Für jüngere gibt es gar nur elf Plätze. Sie sollen erst auf 13, später auf 19 erhöht werden - das würde einem Versorgungsgrad von einem Prozent entsprechen.

Doch zurück nach Eilendorf-Süd: Die Zusammenarbeit mit den dortigen Betrieben war derart positiv, dass diese Form firmenübergreifender Betriebskindergärten bei der weiteren Kita-Planung mehr und mehr ins Blickfeld rückt. Denn die Stadt sieht hier „Erfolg versprechende Modelle”.
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