„Kirchendiebe” klauen in St. Michael Lampe und Handtaschen

Von: Oliver Schmetz
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Lange Gesichter rund um St. Mi
Lange Gesichter rund um St. Michael: Dreiste Diebe haben die Burtscheider Kirche heimgesucht - nach Angeben von Gemeindemitgliedern zuletzt sogar während der Ostermesse. Foto: Wolfgang Plitzner

Burtscheid. So manche alte Redewendung hat mit der Zeit an Wahrheitsgehalt eingebüßt. Zum Beispiel gilt der Spruch, dass Räuber alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist, in Zeiten florierenden Metalldiebstahls nicht mehr. Denn sie nehmen heute viel mehr mit, und zwar auch Dinge, die gut gesichert scheinen.

Jüngstes Beispiel: In der Kirche St. Michael in Burtscheid, die zur Großgemeinde St. Gregor von Burtscheid gehört, haben Unbekannte in der Karwoche eine von zwölf Apostelleuchten abmontiert, die dort an den Wänden festgeschraubt sind.

Bemerkt hat der Küster den Diebstahl am vorigen Mittwoch, und es ist anzunehmen, dass die Tat am helllichten Tag geschah - die Kirche ist täglich von 9 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.

Und manche Gemeindemitglieder hatten sich von dieser respektlosen Verletzung ihres Kirchenraums noch gar nicht richtig erholt, da traf sie gestern der nächste und wohl noch heftigere Schlag. Denn während der Ostermesse sind offenbar mehreren Gottesdienstbesucherinnen die Handtaschen abhanden gekommen.

Jedenfalls erhielt die Verwaltungsleiterin der Gemeinde, Bärbel Lefering, am Dienstag diese Information per Mail von einem Gemeindemitglied. Demnach sollen mehrere Frauen, die nach vorne zur Kommunion gegangen waren, bei ihrer Rückkehr ihre Taschen vermisst haben, die sie wie üblich auf den Kirchenbänken liegengelassen hatten.

„Vielleicht jetzt im Partykeller”

In der Großgemeinde St. Gregor und speziell rund um St. Michael kommt man angesichts dieser Taten derzeit kaum aus dem Kopfschütteln heraus. Zumal der Diebstahl einer einzigen Apostelleuchte aus Messing keinen besonderen Sinn zu ergeben scheint.

Zwar tippt die Polizei darauf, dass „es sich vom Beuteobjekt her um Metalldiebe handeln müsste”, wie Polizeisprecher Paul Kemen sagt, doch mag Bärbel Lefering dies kaum glauben. Schließlich sei der Leuchter klein und kaum lohnend. „Vielleicht hat ihn jetzt jemand im Partykeller hängen”, vermutet sie.

Dreisten Dieben will man künftig in St. Michael mit verstärkter sozialer Kontrolle einen Riegel vorschieben - und keinesfalls die Kirche, wie anderswo schon praktiziert, tagsüber ganz zuzusperren: Auf ihrer Homepage und im Pfarrbrief ruft die Gemeinde ihre Mitglieder dazu auf, immer mal in die Kirche hineinzuschauen, wenn sie dort vorbeikommen, und Verdächtiges sofort zu melden.

Solch eine verstärkte Aufmerksamkeit könnte auch gegen Taschendiebe während der Messe helfen - auch wenn bei Bärbel Lefering diesbezüglich gestern noch Fassungslosigkeit vorherrschte: „Diese Respektlosigkeit, da fehlen mit einfach die Worte.” Sie hätte auch zu einer alten, aber immer noch aktuellen Redewendung greifen und sagen können: Denen ist ja nichts mehr heilig.
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