Kindertherapeut auf vier Beinen

Von: Paula Schönfelder
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Sie haben allen Grund zur Freude: Die Verantwortlichen der Erholungsgesellschaft freuen sich mit den Spendenempfängern des Frauen- und Kinderschutzhauses sowie des Vereins "Kinderseele". Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Kinder und ihre Mütter, die zu Dagmar Freund und Hülya Gökgöz-Corsten kommen, haben meist nicht mehr als das, was sie am Körper tragen. Die beiden Frauen des „Frauen- und Kinderschutzhauses“ kümmern sich um diejenigen, die vor ihren gewalttätigen Partnern oder Ehemännern fliehen mussten.

Durch eine Spende in Höhe von 2800 Euro, die die Erholungsgesellschaft Aachen bei ihrem Weihnachtsbasar gesammelt hat, kann der Verein nun die Kindergruppe des Frauenhauses ausbauen.

„Die Frauen mussten Hals über Kopf fliehen und konnten dabei nichts mitnehmen. Sie haben kein Geld, keine Kleidung, keinen Ort, an dem sie in Sicherheit sind“, erzählt die Erzieherin Dagmar Freund von dem Schicksal der jungen Mütter, die bei ihr um Hilfe bitten. An dieser Stelle setzt das Frauen- und Kinderschutzhaus an. Hier können die Verfolgten übergangsweise wohnen und bekommen das, was man zum Leben braucht.

Und das sind nicht nur Bekleidung, ein Dach über den Kopf und etwas zu essen: Viele der Betroffenen müssen aus Angst vor dem Partner oder Ehemann ein ganz neues Leben anfangen. Das Frauenhaus begleitet sie bei diesem Schritt, stellt Kontakte her und organisiert vom Schulwechsel bis zu neuen Schulbüchern für die Kinder alles nötige.

Mit einer Kindergruppe möchte die Leiterin Hülya Gökgöz-Corsten nicht nur den Kindern etwas bieten, sondern den Müttern auch Raum und Zeit für Erholung zur Verfügung stellen. „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Kinder zusammen spielen können. Aber auch die Mütter haben hier die Möglichkeit, sich untereinander zu organisieren. Viele möchten auch einfach einmal zwei Stunden ruhig schlafen“, beschreibt sie ihre Pläne.

Weitere 2800 Euro, die aus den Einnahmen des Weihnachtsbasars zusammen kamen, gibt die „Erholung“ an den Förderverein „Kinderseele“. Dieser unterstützt psychisch kranke Kinder und Jugendliche in Aachen und der Umgebung, denn Therapien sind teuer und die Krankenkassen übernehmen nicht selten nur einen kleinen Teil. „Ein Beispiel für ein laufendes Projekt ist unsere Reittherapie“, erzählt Georg Kempe, Vorstandsmitglied von „Kinderseele“.

Das Reiten sei eine sinnvolle Beschäftigung für die Betroffenen. Denn jeder, der schon einmal auf einem Pferd gesessen hat, weiß, dass dazu auch eine große Portion Mut und Überwindung gehört. „Für die Kinder und Jugendlichen ist das toll: Sie können etwas schaffen“, so Kempe.

Auch in den Sommerferien fördert der Verein Projekte zur sozialen Integration psychisch erkrankter Kinder und Jugendlichen. Das Abbauen der Vorurteile ist eines der Ziele. Kempe:„Häufig liegt eine Störung des Sozialverhaltens vor. Wir wollen den Betroffenen die Chance geben, ein aktiver Teil der Gesellschaft zu sein.“

Die Integration von Kindern in Aachen war der Erholungsgesellschaft stets ein Anliegen. Mit den Spenden können die Vereine nun ihre Pläne verwirklichen.

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