Kindertagesstätte Villa Luna geht vorerst leer aus

Von: Christiane Chmel
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Aachen. Im Sommer zieht die bilinguale Kindertagesstätte Villa Luna von der Vaalser Straße an die Weißhausstraße auf das ehemalige Philips-Gelände und wird dann anstatt der bereits existierenden fünf Gruppen sieben Betreuungsgruppen für unter und über Dreijährige Kinder anbieten können.

Mit dem Umzug sollte es weitere Änderungen geben: Die Villa Luna beantragte als gemeinnützige GmbH die öffentliche Förderung ihrer Betreuungsplätze nach dem NRW-Kinderbildungsgesetz (Kibiz). Mit dem Hinweis auf zu geringen Bedarf wurde der Antrag von der Verwaltung jedoch zunächst abgelehnt. Bei einer Versorgung von nur 41,5 Prozent im Sozialraum 6 (Burtscheid/Beverau) eine unverständliche Entscheidung für Jürgen Reul, Geschäftsführer der Villa Luna. „Wir erleben täglich, wie dringend die Plätze gebraucht werden“, so Reul. „Gerade unsere flexiblen Öffnungszeiten sind für berufstätige Eltern wichtig.“

Familien, in denen beide Elternteile Vollzeit arbeiten, haben es schwer. Die meisten Kindertagesstätten in Trägerschaft der Kommunen oder der Kirchen bieten Öffnungszeiten bis 16.30 Uhr an den Nachmittagen an. Zu kurz für eine Vollzeitstelle mit Arbeitszeiten bis mindestens 17 oder 18 Uhr. Was in Skandinavien oder Frankreich längst selbstverständlich ist, steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. In den Nachbarländern ist die Rundum-Betreuung des Nachwuchses längst eine Selbstverständlichkeit und lässt beiden Elternteilen die Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln. Die Kosten werden dabei durch eine Förderung des Staates gering gehalten.

Die öffentliche Förderung der insgesamt aktuell 90 Plätze der Villa Luna hätte auch für die Eltern eine Kostendeckelung auf höchstens 488 Euro monatlich (für Kind unter drei Jahren und 45-stündiger Betreuung in der Woche) nach der Beitragstabelle bedeutet. Die Absage an die private Kita begründete die Verwaltung mit einer noch schlechteren Versorgung in anderen Vierteln und geplanten Ausbaumaßnahmen im Sozialraum 6. Aber auch dann würde die Versorgungsquote der unter Dreijährigen lediglich auf 47 Prozent steigen. „In unseren Zweigstellen in Düsseldorf, Köln, Hannover oder Berlin sind wir längst in der öffentlichen Förderung“, betont Reul. „Die Finanzierung der Betreuungsplätze wird damit auch für Arbeitgeber interessant, die viele Betreuungsplätze suchen und bei denen kleinere Anbieter an ihre Grenzen stoßen.“

Die private Kindertagesstätte Villa Luna bietet bereits seit zwölf Jahren Betreuungsplätze für unter und über Dreijährige bis 18 Uhr und auch darüber hinaus an. „Wir bieten flexible Betreuungsformen, die den Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden“, betont Stephanie Wentz, Leiterin der Villa Luna Aachen. Die Kosten für die zeitlich und auch pädagogisch umfassende Betreuung mit vielen verschiedenen Themenfeldern wie Musik, Fremdsprachen, Bewegung und Natur müssen die Eltern tragen. „Die letzte Entscheidung seitens der Verwaltung ist aber noch nicht gefallen“, so Reul. Der Stadtrat entscheidet am 22. Februar über den Kindertagesstättenbedarfsplan 2017/2018. Sollte es in diesem Jahr nicht klappen, will die Villa Luna den Antrag 2018 erneut stellen.

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