Aachen - Kindertagesstätte des VKM setzt auf gleiche Bildungschancen

Kindertagesstätte des VKM setzt auf gleiche Bildungschancen

Von: Hanna Sturm
Letzte Aktualisierung:
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Die Heemann-Stiftung hilft: Behinderte sollen ein möglichst normales Leben führen. Johannes Schumacher, Ute Rütters, Klaus Heemann und Dortit Wudtke (v.l.) wissen Rat. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Integration durch Gemeinsamkeit - so kann die Arbeit in der integrativen Kindertagesstätte des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM) kurz zusammengefasst werden.

Bei seiner Arbeit wird der VKM seit zwei Jahren von der Heemann-Stiftung unterstützt. Die Ziele der Stiftung sind neben der Schaffung von individuellen Freizeitmöglichkeiten und einer lebenslangen Beratung und Begleitung von Menschen mit Behinderung vor allem die möglichst frühe Förderung von Kindern.

„Sich für die Chancen von Kindern einzusetzen ist eine ganz wichtige Aufgabe, schließlich sind sie unsere Zukunft und Hoffnung”, betont Meike Thüllen, als Mitglied des Stiftungsbeirats für die integrative Kindertagesstätte zuständig.

Vor 23 Jahren entstand die Kita als Vision betroffener Eltern, die eine Plattform für Kinder mit und ohne Behinderung schaffen sowie Pädagogik und Therapie zusammenbringen wollten, um so bessere Zukunftschancen für die Kinder und eine Entlastung für die Eltern zu schaffen.

Auch heute steht das gemeinsame Lernen und Spielen im Vordergrund der Arbeit in der Kindertagesstätte. „Wir wollen gleiche Bildungschancen für alle Kinder schaffen und eine angenehme Atmosphäre, in der sich die Kinder wohl fühlen und entwickeln können”, erklärt Nathalie Weber, die Leiterin der Einrichtung.

45 Kinder besuchen die drei Gruppen der Kita - sechs Kinder pro Gruppe erhalten zu der pädagogischen auch therapeutische Förderung im logopädischen und physiotherapeutischen Bereich. „Wenn ein Kind zum Beispiel sehr zurückgezogen ist und ein geringes Selbstwertgefühl hat, kann es sich durch Bewegungsspiele öffnen und lernen, aus sich herauszugehen”, beschreibt Heilpädagogin Stephanie Schieder, wie psychomotorische Therapieangebote Kindern mit speziellem Förderbedarf helfen können.

Die verschiedenen therapeutischen Maßnahmen werden auch in den Kita-Alltag eingebaut, etwa beim Spielen im Sandkasten oder bei den regelmäßigen Ausflügen in den Wald. „Die Therapie soll auch einen ganz natürlichen Charakter haben und nicht ausgrenzend sein”, betont Weber.

Neben den logopädischen Angeboten nimmt auch die Sprachförderung einen wichtigen Platz in der täglichen Arbeit ein, schließlich besuchen Kinder aus zehn Nationen die Kita des VKM.

Auch die so genannten Regelkinder, die keinen zusätzlichen Förderbedarf haben, profitieren von gemeinsamen Projekten und dem Miteinander in den kleinen Gruppen. „Es ist eine große soziale Komponente, weil Rücksicht nehmen und anderen helfen für die Kinder ganz normal wird”, weiß Heilpädagogin Stephanie Schieder.

„Die Arbeit in dieser Kita ist einfach eine herausragende qualifizierte Vorbereitung auf das spätere Leben”, fasst Thüllen zusammen. In Zukunft könnte diese Arbeit noch ausgedehnt werden.

Wenn das Land positiv über den Antrag entscheidet, kann die Kita bald auch unter dreijährige Kinder aufnehmen und wäre damit die erste Einrichtung in Aachen, die diese Art der Frühförderung für Kinder mit Behinderung anbietet.
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