Kinderparadies fit für neue Generationen

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Neue Fenster und Türen sind selbstverständlich: Die Handwerker haben nur ökologisch einwandfreie Materialien verwendet.
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Diese Baustelle bleibt vorerst: Im hinteren Bereich sollte ein großer Spielraum entstehen – jetzt gibt es eine überdachte Terrasse.
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Sie haben während des Umbaus des Spielhauses auf dem Abenteuerspielplatz nicht den Durchblick verloren: Leiterin Miriam Hartmann (links), Andrea Weyer (Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes) und Architekt Thomas Schweyen (HJP-Planer). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dass Miriam Hartmann zurzeit Zimmermannshosen zu ihrem favorisierten Kleidungsstück erklärt hat, kommt nicht von ungefähr. Und auch das kleine Pflaster an einem ihrer Finger ist ein Indiz dafür, dass auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes zurzeit nicht ganz alltägliche Dinge geschehen.

Miriam Hartmann ist die Leiterin der Einrichtung des Aachener Kinderschutzbundes am Kirschbäumchen und eine Frau, die richtig zupacken kann. Nicht die schlechteste Voraussetzung, wenn der größte Umbau der letzten 40 Jahre ansteht. Der Abenteuerspielplatz ist eine der größten Baustellen rund um die Gasballons am Prager Ring.

Kaum etwas ist stehengeblieben

Bis auf das Grundgerüst steht kaum noch etwas von dem Gebäude, in dem Generationen von Kindern und Jugendlichen viele Jahre lang betreut wurden. In dem bei schlechtem Wetter Spiele gespielt und pädagogische Konzepte umgesetzt wurden – wenn eben die Kinder und Jugendlichen nicht in der freien Natur auf dem großen Außengelände Vollgas geben konnten. Doch das Gebäude war nicht nur in die Jahre gekommen, es entsprach auch schon lange nicht mehr den gesundheitlichen und ökologischen Ansprüchen.

„Lohnt nicht, so war unsere einhellige Meinung, als wir eine Spende für eine neue Küche bekommen sollten“, erinnert sich Andrea Weyer an erste Überlegungen. Die Geschäftsführerin des Aachener Kinderschutzbundes und dessen Vorstand waren sich einig, dass eine neue Küche zwischen wackeligen Wänden keinen Sinn machte. Und so wurde im Jahr 2011 Plan B – sprich die Totalsanierung – angegangen. Dazu wanderte das Gebäude aus dem Besitz der Stadt in den des Kinderschutzbundes über. Und somit passte auch das finanzielle Konzept. Der jetzige Umbau kostet 140000 Euro. Mit dieser Summe lässt sich das Projekt in einer abgespeckten Version realisieren. So musste im hinteren Bereich auf den geplanten großen Spielraum verzichtet werden. Zum Glück fließt ansonsten sehr viel Eigenleistung in die Verwirklichung des neuen Kinderparadieses. Das Team von Miriam Hartmann packt genauso zu wie sie selbst. Und da das ausführende Architekturbüro „HJP-Planer“ dem Kinderschutzbund extrem entgegen kam, kann die Einrichtung den Umbau unter den genannten Rahmenbedingungen stemmen.

„Das Gebäude mussten wir bis auf die Tragekonstruktion abreißen. Vor allem das asbesthaltige Dach erforderte eine vorsichtige Sanierung“, beschreibt Architekt Thomas Schweyen die durchaus anspruchsvolle Arbeit. Immerhin konnte der Boden mit Fußbodenheizung erhalten bleiben.

Alles behindertengerecht

Die Fassade wurde neu errichtet und nach neuesten Werten gedämmt. Sie wird zum Schluss mit einer bunten, kindgerechten Holzelementen verkleidet. Das Dach ist selbstverständlich neu, die Leitungen sind es genauso wie die Fenster. Alles nach ökologischen Gesichtspunkten. Zwei Bäder werden barrierefrei eingebaut. Hinzu kommen ein Multifunktionsraum, ein Büro und ein Zimmer für Kleinkinder. Und im renovierten Bau ist dann auch Platz für die gespendete Küche.

Anfang des Jahres soll der Bau fertig sein – „ein strammer Zeitplan“, wie Thomas Schweyen sagt. Aber er lächelt dabei noch ganz entspannt.

Für die Kinder selbst hatte sich Miriam Hartmann für die Übergangsphase etwas einfallen lassen. „Stay in Contact“ heißt das Übergangsprogramm, das Besuche in der Kletterhalle, der Soccerhalle, im Ludwig Forum und in der Plätzchen-Bäckerei umfasste. Trotzdem zählen sie die Tage bis zur Wiedereröffnung. Dann kann die Leiterin die Zimmermannshosen wieder ablegen. Und die kleine Wunde ist dann garantiert auch verheilt.

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