Kindern die Angst vor dem Arzt nehmen

Von: Ines Kubat
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Platz 5 im gesamten Rheinland: Bei der Preisverleihung von "Angst und Mut" beim Arztbesuch zeigten die Schülerinnen und Schüler ihre "Mutmachbücher" mit berechtigtem Stolz. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die langen Spritzen beim Impfen, der Bohrer beim Zahnarzt oder die kalt-weiße Atmosphäre in manchen Praxen – noch im Erwachsenenalter bereitet der Arztbesuch vielen Menschen ein mulmiges Gefühl. Gerade Kinder entwickeln zum Teil eine regelrechte Angst vor Doktoren, weil sie nicht wissen, was mit ihnen passieren wird, und mögliche Schmerz fürchten.

Um ihnen diese Angst vor dem Unbekannten ein wenig zu nehmen, hat die AOK Rheinland/Hamburg mit der Ärztekammer Nordrhein das „Mutmachbuch“ publiziert – ein unterhaltsames Heft mit liebevollem Inhalt, das von Kindern für Kinder geschrieben wurde, um den kleinen Patienten einen unterhaltsamen und stärkenden Zugang zu den Themen Krankheit, Ärzte und Heilung zu bieten. Im Rahmen eines Wettbewerbes hatten AOK und Ärztekammer die Grundschulen des gesamten Rheinlandes dazu aufgefordert, sich zu beteiligen und Beiträge für das „Mutmachbuch“ einzureichen.

Diesem Aufruf folgte die ehemalige 4. Klasse der Oberforstbacher Grundschule unter der Leitung von Klassenlehrerin Christiane Karban. In kleinen Gruppen machten sich die jungen Kreativen Gedanken, wie sie am besten anderen Gleichaltrigen, die mit bangen Augen im Wartezimmer sitzen, ein wenig Tapferkeit schenken können. Drei ihrer Beiträge wurden schließlich im „Mutmachbuch“ veröffentlicht, und dafür wurde die Klasse jetzt mit dem 5. Platz ausgezeichnet.

Mona, Lea und Sophia zum Beispiel haben Scherzfragen geschrieben, die am Ende des Buches abgedruckt wurden. Sie konnten sich gut in die kleinen Leser hineinversetzen, kennen sie doch selbst die Angst vor Spritzen, oder dem Zähneziehen. Daher hoffen sie, dass das Buch einigen Kindern helfen wird, so die drei Mädchen.

Besonderen Bezug hatte die Klasse zum Thema „Krankheit und Heilung“, weil sie im Rahmen des Unterrichts mehrmals die Kinder-Herzstation des Uniklinikums besuchten und mit kranken Mädchen und Jungen sprachen. Und so verwundert es kaum, dass manche ihrer Beiträge ganz viel Einfühlungsvermögen widerspiegeln, wie dieser kleine Reim, der ebenfalls im Buch zu finden ist: „Nie verzagen in deinem Mut! Auf die Ebbe folgt die Flut, geht’s dir schlecht: Es wird wieder gut!“

Zusammen mit den Beiträgen der anderen Schulen ist ein sehr kindgerecht gestaltetes Heft entstanden, das die Wartezeit so mancher Patienten erleichtern mag: In einfachen Worten wird erklärt, warum es in Ordnung ist, Angst zu haben und Fragen zu stellen, die einen beim Arztbesuch bewegen. Besonders nah an den jungen Lesern ist das Heft vor allem dadurch, dass die selbstgemalten Bilder, tollen Geschichten, witzigen Rätsel, Scherzfragen und ermutigenden Liedtexte genau so abgedruckt sind, wie die Schüler sie zu Papier gebracht haben.

Insgesamt haben rund 500 Schüler an dem Wettbewerb teilgenommen, berichtet Jürgen Meyer, Pressesprecher der AOK Regionaldirektion in Aachen. Eine Jury wählte daraus dann die interessantesten Beiträge aus. Meyer bedankte sich bei den ehemaligen 26 Grundschülern aus Oberforstbach für ihr Engagement: „Der Arztbesuch gehört zum Leben dazu“, so Meyer, daher sei es schön, dass die Kinder auch mit humorvollen Ideen Spaß in das Thema gebracht hätten.

Sobald alle Schulen prämiert sind, werden die Druckexemplare in den Wartezimmern aller Praxen von Haus- bis Zahnarzt und auch in den Kliniken ausgelegt. Unter www.gesundmachtschule.de in der Rubrik „Materialien“ steht das Heft außerdem jedem als kostenloser Download zur Verfügung.

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