Kinderchortag: Mit lockerer Zunge singt‘s sich leichter

Von: Kathrin Albrecht
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„Super Duper Double Bubble Gum“: Mit einigen Stimmübungen machten sich die Aachener Sänger locker, um anschließend beim großen Auftritt im Dom zu glänzen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Sei eine Note in Gottes Melodie“ – unter diesem Motto hatte das Bistum Aachen zum dritten Kinderchortag in die Domstadt eingeladen. 22 Chöre, insgesamt 700 Kinder aus allen Teilen des Bistums, folgten dieser Einladung.

„Ein stimmungsvolles Fest“ hatte Kirchenmusikreferent Michael Hoppe den jungen Teilnehmern versprochen, das morgens um 10 Uhr begann und mit einem gemeinsam gestalteten Abschlussgottesdienst im Aachener Dom endete. Dafür probten die jungen Sänger vormittags, für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land war die Kirche St. Katharina in Forst der Treffpunkt.

Rund 200 Kinder zwischen fünf und 13 Jahren, angereist aus Aachen, Alsdorf, Würselen, Stolberg-Breinig und Weisweiler, füllten die Kirchenbänke und begannen unter der Leitung der Kirchenmusiker Frank Sibum und Gregor Jeub erst einmal mit einem Bewegungslied. Stimmübungen wie „Super Duper Double Bubble Gum“ oder das Lied vom Zwerg „Ipp Zippelipp Zippelonikus“ lockerten Zunge und die Stimmung, bevor es an die anspruchsvolleren Stücke ging, die auch im Gottesdienst am Nachmittag zum Einsatz kamen.

Doch nicht nur Arbeit war angesagt: „Der Tag ist auch als Dankeschön für die Kinder und ihr Engagement gedacht“, erläutert Frank Sibum, Leiter des Kinderchores St. Katharina in Forst: „Wir möchten den Kindern außerdem zeigen, dass es viele andere Chöre im Bistum gibt.“ Für den Rest des Vormittages konnten die Kinder aus verschiedenen Angeboten wählen: einem Tanzworkshop, einer Aufführung des Musikclowns Gerd, Darts, Tischtennis oder basteln – passend zum Motto einen Anhänger in Form einer Note – die Außenspiele fielen im Verlauf des Vormittags dem Regen zum Opfer.

Annika (10) und Lars (9) singen beide im Kinderchor St. Katharina und haben sich für das Basteln entschieden. Im Pfarrheim biegen sie aus bunten Pfeifenreinigern Noten zurecht, mit einem Faden wird daraus ein Anhänger, den sie nachmittags im Dom tragen. „Am meisten habe ich mich heute auf die Spiele gefreut“, erzählt Lars, Annika freut sich darauf, „dass ich im Dom singen kann“.

Im Gemeindeleben erfüllen die Kinderchöre eine wichtige Funktion, sie gestalten Familiengottesdienste und Messen mit, führen auch eigene Konzerte oder geistliche Musicals auf. „Unsere Aufgabe ist es auch, den Kindern durch die Chorarbeit den Glauben näherzubringen. Das unterscheidet uns von einem Schulchor, und ich denke, wir haben da etwas zu verkaufen“, beschreibt Frank Sibum seine Aufgabe.

Die Auswirkungen von OGS und G8 bekommen auch die Kinderchöre zu spüren – „die Kinder haben weniger Freizeit“, sagt Sibum. Doch wer einmal im Chor ist, bleibt in der Regel auch über Jahre, bis die Schulausbildung beendet ist und die Ausbildung oder das Studium beginnt.

Am frühen Nachmittag ist noch einmal Proben angesagt, denn dann treffen alle 700 Teilnehmer des Kinderchortages in der Citykirche St. Nikolaus zusammen. Musikclown Gerd schaut noch einmal vorbei, bevor es in Gruppen und – natürlich – mit Gesang in den Dom geht. Dort erfüllten 700 helle Kinderstimmen das Oktogon. Annika, Lars und die anderen 698 Kinder waren – nicht nur an diesem Tag – wichtige kleine Noten in der Melodie Gottes.

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