Kinderbuch „Pinipa“ fliegt durch Spenden

Von: Angelina Boerger
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Buchprojekt erfolgreich finanziert: Martin Grolms und Annika Kuhn schicken ihre junge Heldin „Pinipa“ auf die Reise. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wer kennt das nicht: Man steht im Stau, und es ist so schrecklich langweilig. Wie praktisch wäre es da doch, wenn man eine kleine geheime Freundin hätte, die dem Stau in einer Seifenblase entflieht und sich auf die große Reise macht.

Genau das passiert in „Pinipas Abenteuer“, einem Werk irgendwo zwischen Sach- und Kinderbuch, in dem sich die kleine Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin auf Deutschlandreise begibt.

Die Aachener Politikerin Ulla Schmidt nennt es „wunderbar“, TV-Super-Nanny Katja Saalfrank nutzt es in der Therapie. Vor über fünf Jahren lernten sich die gebürtigen Weseler Martin Grolms und Annika Kuhn auf einer Studentenparty im Aachener Südviertel kennen. Bei einem Bier kam dann die Idee: Lass uns doch ein Kinderbuch schreiben! „Wir wollten etwas schaffen, dass neben Wissen auch Fantasie und Humor beinhaltet“, merkt die studierte Illustratorin an. „Es muss Erwachsenen auch Spaß machen, schließlich suchen letztendlich sie und nicht die Kinder die Bücher aus.“

Sie trafen sich von da an jeden Freitag und beschäftigten sich mit ihrem Projekt. Ohne Druck von außerhalb hatten sie genügend Zeit, sich über die Inhalte Gedanken zu machen. „Wir hatten einige Charaktere zum Leben erschaffen, die es dann doch nicht gepackt haben,“ so Annika Kuhn. „Nur dass es eine Deutschlandreise wird, das war von Anfang an klar.“

Im Frühjahr 2014 war das Buch endlich fertig. Von da an gingen sie „Klinkenputzen“ bei großen Verlagen, ohne Erfolg. Ihr Werk würde zu sehr aus dem Raster fallen, da es weder Sachbuch noch Kinderbuch sei. Konsequenz: „Dann mussten wir es eben selber machen.“ Kurzerhand gründete das Paar seinen eigenen Verlag „Gruhnling“ und sammelte über eine Crowdfunding-Kampagne Geld für die Druckkosten. „Das ist schon heikel, wenn man Leute dazu auffordert, Geld für etwas zu bezahlen, was sie bis dato noch nicht in den Händen halten konnten,“ sagt Grolms.

Ihr Ziel, 500 Exemplare zu drucken, hielten sie nicht ein. Sie bekamen sogar so viele Spenden, dass sie 1000 Bücher drucken lassen konnten, die sie dann sofort an die Spender versandten. „Das war vielleicht eine Aktion. Wir sind dann mit unserem vollgepackten Polo in die Poststelle Richterich gefahren und haben kurz vor Ladenschluss über 250 Päckchen verschickt,“ erinnert sich Annika Kuhn. „Da waren die 1000 Drucke innerhalb kürzester Zeit weg.“

Doch die Reise ist noch nicht vorbei, das nächste Buch ist schon in Planung. „Als nächstes überlegt Pinipa, eine Reise durch ganz Europa zu machen. Mehr können wir aber noch nicht verraten.“

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