Kinder trauern anders. Aber wie genau?

Von: Julia Gröbbels
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Immer ein offenes Ohr: (v.l.) Adelheid Schönhofer-Iyassu, Maria Pirch, Jutta Palm und Angelika Mangoldt vom Kindertrauerprojekt „diesseits“ freuen sich, im Rahmen der Veranstaltungen zum fünfjährigen Bestehen mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wenn Kinder und Jugendliche Krankheit und Tod im nahen Umfeld erfahren, benötigen sie meist eine ganz besondere Unterstützung. Sie müssen – genau wie Erwachsene – ihren ganz persönlichen Weg finden, ihre Gefühle auszudrücken.

Unabhängig davon geraten oft auch andere Familienmitglieder und Freunde in eine Ausnahmesituation. Nichts ist mehr so wie es war. Es gibt keine allgemeingültigen Regeln, wie man richtig trauert: Laut oder leise, für sich oder mit anderen, kürzer oder länger. Dabei können Angehörige und Freunde trotz ihrer eigenen Trauer und Betroffenheit gute Begleiter in dieser schweren Zeit sein.

Wichtige Anlaufstelle

Seit fünf Jahren haben Kinder und Jugendliche, die einen geliebten Menschen verloren haben und in ihrer Trauer allein sind, in Aachen eine Anlaufstelle beim Trauerprojekt „diesseits“. Das Projekt wurde von den Maltesern und der Pfarre Franziska von Aachen gegründet und war zunächst als offenes Angebot für Kinder konzipiert.

„Seit der Gründung im Jahr 2010 hat sich das Angebot des Projektes an die sich ändernden Bedürfnisse der Trauernden angepasst und konnte dank großzügiger Spenden auch auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgeweitet werden“, sagt die Malteser Hospiz- und Trauerbeauftragte, Adelheid Schönhofer-Iyassu. Inzwischen gibt es neben einer offenen Trauersprechstunde auch ein Trauerangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ab 20 Jahren, das jeweils in Gruppen stattfindet.

Die Gruppen treffen sich acht Mal pro Halbjahr und werden von Ehrenamtlichen begleitet, die eine spezielle Ausbildung haben. „Uns ist es wichtig, unser Angebot so niedrigschwellig wie möglich zu halten. Aus diesem Grunde spielt bei uns die Konfession – obwohl wir ein katholischer Träger sind – sowohl bei unseren Ehrenamtlern als auch bei den Trauernden natürlich keine Rolle“, so Maria Pirch, Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin der Pfarrei Franziska von Aachen.

Für Kinder, denen das Sprechen über Gefühle schwer fällt, gibt es neben der Gruppenarbeit seit kurzem auch die Möglichkeit des therapeutischen Reitens. Darüber hinaus bietet „diesseits“ auch Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen Trauerbegleitung unter anderem mit dem Materialkoffer „TrauerWEGbegleiter“ an.

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens laden die Projektträger, die Malteser Aachen und die Pfarre Franziska, zu zwei Veranstaltungen ein, um über ihre verschiedenen Angebote zu informieren.

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