Kinder der Kita „Tivolino“ besuchen Bienenvolk auf dem Quellenhof

Von: Svenja Pesch
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Fertig für das nächste Frühstück: Die Tivolino-Kinder lernten das Honigschleudern gemeinsam mit Quellenhof-Chef Walter Hubel von Imker Werner Beeretz (rechts im Foto) . Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Vorsichtig kratzen Max, Ephraim und Johanna das Wachs von den Waben der Bienen. „Das klebt aber ganz schön“, stellt Max fest. „Das stimmt und das ist auch gut so, denn wenn der Honig nicht kleben würde, wäre irgendetwas nicht in Ordnung“, entgegnet Werner Beeretz. Der Hobby-Imker erklärt den Vorschulkindern aus der „Hummelgruppe“ der Kindertagesstätte „Tivolino“ ganz genau, wie der Honig aus der Wabe in das Glas gelangt. Ort des Geschehens ist der Quellenhof.

Bereits im April haben die Kinder die Bienen besucht und ihre Scheu vor ihnen verloren. Denn dass Bienen stechen, wissen sie zwar, aber dass sie dies nur tun, wenn sie sich bedroht fühlen, nahm einigen endgültig die Angst.

Nun, zwei Monate später, erlebt die Gruppe, wie der morgendliche Honig fürs Brot hergestellt wird. Beeretz stellt die frei gekratzten Waben in die Honigschleuder. Dreht man den Hebel, kommt unten flüssiger Honig heraus. „Kann man den jetzt essen?“, fragt Johanna neugierig. „Ja, der ist fertig und kann so gegessen werden“, antwortet Beeretz. Und ehe er sich versieht, tupfen viele kleine Fingerchen in das Behältnis und kosten von der süßen Speise.

Der Quellenhof siedelte im März 2014 auf dem hauseigenen Dach zwei Bienenvölker an. Alleine im vergangenen Jahr sammelten die Bienen im benachbarten Kurpark und den umliegenden Grünanlagen für die Frühjahrsernte 22 Kilogramm und im Sommer 33 Kilogramm Honig. Die Bienen zählen schon seit Jahren zu den bedrohten Tierarten. Da aber 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau in Deutschland von der Bestäubung durch Honigbienen abhängig sind, ist ein nachhaltiges Engagement zum Erhalt der Tiere notwendig.

Hoteldirektor Walter Hubel freut sich deshalb ganz besonders über die fliegenden Gäste auf dem Dach. „30 Prozent der gesamten menschlichen Nahrung setzen sich aus bienenbestäubten Pflanzen zusammen. Daher ist es uns wichtig, auch im dritten Jahr ein wenig zum Erhalt dieser bedrohten Tierart beizutragen“, so Hubel.

Während die Kinder den Honig kosten, erzählt Beeretz, dass die beiden Bienenvölker in den letzten Wochen viele Kilometer zurückgelegt haben. Denn eine Biene mache am Tag je nach Wetter zwischen drei und zehn Ausflüge zum Honigsammeln, so Beeretz.

Eine ganz besondere Rolle kommt dabei der Königin zugute, wie er ergänzt. „Ohne die Königin würde das Volk aussterben, denn sie hat einen Hofstaat, welcher ihr Futter gibt und den Kot abträgt. Die Königin selbst verfügt über die Anlage bis zu 600.000 Eier innerhalb von drei bis vier Jahren zu produzieren. Das ist schon eine Menge.“ „Aber wenn man jeden Tag ein Honigbrötchen isst, braucht man ja auch viel“, resümiert Ephraim und nascht noch einmal von dem frischen Honig.

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