Kimiko-Festival: Drei Tage lang Party pur von Pop bis Punk

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Drei Tage, fast 50 Bands von lokal bis international und 5500 Besucher: Die zweite Auflage des Kimiko-Festivals am Ludwig Forum war ein voller Erfolg. Vor den Bühnen – wie hier mit Xamanek aus Belgien – abtanzen war dabei ebenso angesagt wie es sich im Garten des Museums gemütlich zu machen. Foto: Andreas Herrmann
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Sie haben gut lachen: Mit der zweiten Auflage im Schatten des Ballerina-Clowns wollen sich die Organisatoren Rick Opgenoorth (l.) und Wolfgang Schumacher aber nicht zufrieden geben. 2017 geht es in die nächste Runde.

Aachen. Zuerst: Der Toilettenmann des Ludwig Forums hat für das vergangene Wochenende ein besonderes Lob verdient! Er reduzierte die Schlange vor der Damentoilette von Freitag bis Sonntag beherzt, in dem er den Frauen freie Kabinen auf der Herrentoilette anbot.

Diese Schlange bildete sich – man muss es leider sagen – nicht wegen der Jubiläumsausstellung des Museums. Drei Tage Musik aller möglichen Stilrichtungen beim Kimiko-Festival ließen Aachener und Angereiste den Garten und Hof des Ludwig Forums bei bestem Festival-Wetter in Beschlag nehmen.

Tatsächlich waren es deutlich mehr als bei der ersten, noch relativ spontanen Auflage im vergangenen Jahr – der Rasen des Gartens lieferte bereits am Samstagnachmittag ein Bild davon: Im sonnenbeschienenen Teil wurden die Halme unter den Sonnenanbetern auf Picknickdecken plattgedrückt, im baumbestandenen Teil bekam der Matsch die Oberhand. Aber auch das gehört zu einem gelungenen Festival.

Viele Familien nutzten das intime Festival vor der eigenen Haustür, um sich und auch den Nachwuchs mit guter Live-Musik zu versorgen. An den Nachmittagen wuchs die Kinderwagen-Phalanx stetig, überall wuselten Kinder mit farbenprächtigen Gehörschützern herum. Auch die elfjährige Annika aus Aachen fand es „sehr gemütlich“. Ihre Mutter Linda Leers war auch dieses Jahr wieder mit ihren drei Kindern drei Tage bei Kimiko: „Das ist ein tolles Kulturevent. Wir wollen es unterstützen, damit es sich etabliert.“

Einen Verbesserungsvorschlag hat sie allerdings noch parat: „Es ist schade, dass es keinen reduzierten Schüler- und Studententarif gibt. Meine 14 und 17 Jahre alten Söhne mussten bereits den vollen Erwachsenenpreis zahlen. Das läppert sich bei fünf Personen.“ Vielleicht auch ein Grund, warum diese Altersgruppe bei dem ansonsten sehr bunten Publikum deutlich in der Minderheit war.

Gelungen – so die überwiegende Meinung der Besucher – war es trotzdem. Übrigens auch in der Kombination mit der Bildenden Kunst im Ludwig Forum, die sich viele dank Museumseintritt inklusive zu Gemüte führten. Besonders die kostenlosen Führungen wurden gern angenommen – vielleicht auch, um sich zwischendurch in musealer Ruhe vom Sound der drei Bühnen zu erholen, bevor es wieder zum Abtanzen und -feiern vor die Bühnen ging.

Bernd Bremen aus Aachen zum Beispiel nutzte „diese willkommene Gelegenheit“, um endlich mal wieder die Sammlung Ludwig in Augenschein zu nehmen. Er hatte sich spontan entschieden, am Samstag zum Kimiko-Festival zu kommen. „Das Wetter passt, die Zeit auch – warum also nicht?“

Tesfaz Ghi aus Köln nahm Kimiko zum Anlass, einen Studienfreund zu besuchen, der mittlerweile in Aachen wohnt: „Es war ein guter Zeitpunkt. Die vielen Musikrichtungen haben mich gereizt.“ Das war auch bei Birgit Geuer und ihren Freunden so. „Es ist einfach jeden Tag etwas dabei“, meinte die Würselenerin, während sie entspannt im Liegestuhl saß.

„Rapstammtisch“ ist der Hit

In der Tat: Auf den drei Bühnen wurde musikalisch eigentlich alles geboten, was die Genres so hergeben: Reggae, Ska, Rock, Punkrock, Songwriter, Latino-Pop mit eingestreuten Rap-Passagen. „Joseph Bowie BB Funk“ brachte sogar Big-Band-Sound mit. Durch Sebastian Sturm, DeWolff und natürlich Keziah Jones machte Kimiko weit über Aachens Grenzen hinaus auf sich aufmerksam. Den mitreißendsten Gig brachte am Freitag allerdings „Jaya The Cat“ auf die Bühne.

Die Überraschungsband vom Samstag hieß „Rapstammtisch“. Immer nur kurz durften die je vier Instrumentalisten und MCs auf die kleinste aller möglichen Bühnen – die Waldbühne. Mit Rap aus Repertoire oder Freestyle auf edlem Funk brachten sie die Menge dennoch zum Toben und stahlen unter anderem den bereits durch ganz Deutschland tourenden Hamburger Elektro-Rockern „Fuck Art Let’s Dance“ auf der Hauptbühne die Show. Auch vor Sebastian Sturm mussten sie sich bezüglich der Zuschauerresonanz nicht verstecken.

Dass besonders am Samstag beide Locations – der Hof mit der Hauptbühne und der Garten mit den beiden kleineren Stages – gut gefüllt waren, freute besonders auch das Organisatorenteam Rick Opgenoorth, Wolfgang Schumacher und Jens Michel. Insgesamt kamen knapp 5500 Leute an drei Tagen zum Kimiko – und damit kann das „einzigartige Kind“ gut leben. „Wir sind echt zufrieden“, sagte Opgenoorth im Namen aller drei Kimiko-Macher.

„Die Mischung zwischen lokalen Bands und internationalen Acts, die uns mehr in Anspruch genommen haben, hat gut geklappt.“ Und – das werden alle Kimiko-Freunde gerne hören – auch im nächsten Jahr soll es wieder drei Festival-Tage im Schatten des Ballerina-Clowns geben: „Das ist jetzt entschieden!“

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