Kilos bringen Schausteller ins Schwitzen

Von: Valerie Barsig
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Rasanz ist garantiert: Auch in Zeiten problematischer EU-Normen lassen sich die Bend-Besucher die Freude an den Fahrgeschäften nicht verleiden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die letzten Teile der „Katz und Maus“-Achterbahn sind in schwindelerregender Höhe angebracht, die Buden sind geputzt, die Schrauben geölt, es geht wieder los: Der Öcher Bend startet mit Budenzauber und irren Fahrten in schwindelerregenden Höhen.

Die Besucher können sich von Altbewährtem wie Entenangeln und Kettenkarussell bespaßen lassen und sich in neuen Geschäften wie dem „Horror-Lazarett“ bis ins Unendliche gruseln. Unter dem Motto „Öcher Bend – Da geh’n wir hin!“ ist auch diesen Sommer wieder Spaß garantiert.

Sicherheit sowieso garantiert

Weniger spaßig ist für die Schausteller der Kirmes allerdings der Ausblick in die kommenden Jahre: „Ab 2015 wird es die Kirmes, so wie wir sie heute kennen nicht mehr geben“, sagt Peter Loosen, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Aachen. Bauchschmerzen bereitet ihm eine EU-Verordnung zur DIN-Norm, die bis in zwei Jahren umgesetzt sein muss. Unter dem Namen „DIN EN 13814“ soll sie für Einklang technischer Standards in ganz Europa sorgen und bringt damit Schausteller mächtig in Schwierigkeiten.

Grund ist zum Beispiel, dass die Menschen einfach schwerer geworden sind: Mussten Fahrgeschäfte früher für maximal 75 Kilo ausgelegt sein, sind es heute 100. Besonders alte Fahrgeschäfte müssen nun aufrüsten. „Das macht uns wirtschaftlich natürlich Sorgen“, weiß Loosen. Viele Schausteller seien finanziell nicht in der Lage, die Kosten für eine Aufrüstung zu tragen. Für eine Achterbahn, wie zum Beispiel die beliebte „Katz und Maus“ bedeutet die neue europäische Norm Investitionen, die an der Millionengrenze kratzen. Laut Loosen müssen alle „fliegenden Bauten“, die nicht niegelnagelneu sind aufgerüstet werden. „Aber aus einem Golf eins macht man auch nicht mal eben einen Golf sechs“, weiß der Verbandsvorsitzende. „Viele stehen da vor einem Problem, das sie nicht lösen können.“

Mit der Sicherheit auf dem Bend hat das Dilemma nichts zu tun: Die Bauaufsicht und der TÜV kontrollieren alle 120 Fahrgeschäfte, bevor die Kirmes losgeht. Alle fünf Jahre steht außerdem eine Sonderprüfung an, bei der jedes einzelne Teil genauestens unter die Lupe genommen wird.

Trotz der Zukunftsbedenken freut sich Peter Loosen auf neun Tage Rummelplatz: „Der Bend blickt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurück, wir versuchen uns jedes Mal etwas Neues auszudenken, damit die Besucher zufrieden sind. Neben neuen, aufregenden Fahrgeschäften ist auch immer etwas für Familien dabei. Der Mix macht’s.“

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Neu ist dieses Mal beispielsweise die Anordnung der Buden: Schon am Anfang locken die Adrenalinkicks, wie der „Booster“, von dem man 40 Meter in die Höhe katapultiert wird, oder die Achterbahn mit einer spektakulären Fahrt, weiter hinten geht es mit Kettenkarussell und Raupenbahn ruhiger zu.

„Der Besucher bekommt einen neuen Blick auf den Bend und die Umgebung“, weiß Kristina Wulf, Geschäftsführerin des Eurogress, das bereits zum zwölften Mal die Regie beim Bend übernimmt. 250.000 Kirmesbegeisterte erwartet sie diesen Sommer.

Auch Altbewährtes gibt es dieses Jahr wieder: Die Bendtaler, den Familientag, Studentenrabatte und die Happy Hour zur Eröffnung sollen die Besucher locken.

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