Kiezflair bringt die Südstraße in Stimmung

Von: Nadine Geulen
Letzte Aktualisierung:
8625328.jpg
Live-Musik für tausende friedliche Besucher: In der Südstraße drängten sich ungezählte Menschen vor der kleinen Bühne und feierten vom frühen Nachmittag bis in den späten Abend. Foto: Andreas Schmitter
8625305.jpg
Hier gibt‘s was auf die Ohren: Auch ganz junge Musikfans genießen das Südstraßenfestival. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Südstraße feiert sich selbst – und alle feiern mit. So auch die Zwillinge Finja und Kasimir: Beide zwei einhalb Jahre alt, wippen neben ihren Eltern mit bunten Lärmschutzkopfhörern bewaffnet in der ersten Reihe zum Elektrosound des Berliner Duos Arnold+Sukroso.

Doch sind sie beileibe nicht die einzigen Gäste, schon das Eröffnungskonzert von Singer-Songwriterin Naima aus der Südstraße ist gut besucht. Das freut natürlich auch Rick Opgenoorth vom Jakobshof: „Wir sind froh, dass die Leute früh kommen und sich nicht alles nur auf den Abend fokussiert.“ Denn das ganze Wochenende lang geben sich hier Bands unterschiedlichster Couleur das Mikrofon in die Hand, ob es nun Lokalmatadoren wie die Ska-Formation „Quicksteps“ sind oder Down Town aus Brüssel mit ihrer eigenen Mischung aus Urban Electronic Pop.

Multikultureller Mix

Jede der Bands kennt der Veranstalter persönlich, das Line-Up spiegelt wider, was in den Clubs der Südstraße gespielt wird: ein multikultureller Mix aus dem „alterna-tiven Sektor“ zwischen Swing, Balkanbeats, Reggae, Elektro und Funk. Opgenoorth veranstaltet gemeinsam mit Wolfgang Schumacher (Jakobshof) und Udo Mays vom Hotel Europa das mittlerweile größte Straßenfest in Aachen dieses Jahr bereits zum vierten Mal – und jedesmal blieb es friedlich, wie alle betonen. „Unsere Zielgruppe? Alle Menschen, die Musik mögen und freundlich sind. Wir wollen die Leute zusammenführen und die gute Stimmung der Südstraße beibehalten“, sagt Schumacher. Und dass das nicht nur leere Worte sind, beweist sich zwei Bierbänke weiter. Mitten zwischen vielen „urban hipstern“ mit Jutebeutel, Röhrenjeans und Käppi sitzen einige ältere Herrschaften und genießen den Trubel: „Bei dem schönen Wetter sind wir auch mal vorbeigehuscht. Die Organisatoren haben sich angestrengt und etwas Tolles zustande gebracht“, sagt eine Seniorin. Gerade wegen des gemütlichen Beisammenseins freut sich auch Anwohnerin Jenni Zellien jedes Jahr auf das Fest: „Man trifft immer nette Leute hier. Klar, manche beschweren sich über den Lärm, aber für mich macht das Festival das Viertel auch aus.“

Ohnehin soll sich jeder willkommen fühlen, das Hotel Europa zum Beispiel hat zur Feier des Ta-ges extra die Wohnzimmereinrichtung nach draußen auf den Gehsteig gestellt. Zwischen Omas alten Stehlampen kann man gemütlich sitzen und schwadronieren oder einfach nur das bunte Treiben beobachten und fast denkt man angesichts des Kiezflairs, in einer Großstadt wie Hamburg oder Berlin gelandet zu sein.

Wie in einer Großstadt

So empfindet das auch Besucherin Fouzia Tourniaire, die seit Jahren hierher kommt: „Hier spürt man Kultur und Flair wie in großen Städten.“ Ihre Tochter Serafina (9) kommt bereits, seit sie im Kindergartenalter ist, mit zum Südstraßenfest. Ihr persönliches Highlight ist der Kinderflohmarkt am Sonntag auf dem Gelände des Werkkunsthofes. Dort trifft man auch Naima wieder, wo sie auf einer kleinen Bühne mit ihrer Gitarre deutschsprachige Lieder singt. Man spürt wieder, was das Südstraßenfestival ausmacht: Hier kommt man in familiärer Atmosphäre zusammen, um die Vielfalt zu feiern – einzigartig.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert