KGS Kornelimünster: Protest gegen Verwaltungspläne

Von: Peter Schopp
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Widerstand gegen die Verwaltungspläne: 1324 Unterschriften überreichte die stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende Julia Hauer an Bezirksbürgermeister Jakob von Thenen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Luft war schnell raus bei der Bezirksversammlung in Kornelimünster. Denn nachdem Bezirksbürgermeister Jakob von Thenen die zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger begrüßt hatte, wurden die Tagesordnungspunkte 4 und 5 auf Antrag der SPD-Fraktion gestrichen.

Thema dieser Punkte: Die räumliche Situation des Angebotes „Schule von acht bis eins“ der KGS Kornelimünster.

Dieses Angebot, getragen vom Förderverein der Grundschule, wurde bislang in den Räumen der alten Grundschule durchgeführt. Nach den Sommerferien teilte die Verwaltung der Schule und dem Förderverein mit, dass in Zukunft und baldmöglichst die Räumlichkeiten der neuen Grundschule zu sogenannten „Multifunktionsräumen“ umgewidmet werden sollen und das alte Schulgebäude einer anderen Nutzung zugeführt werden soll.

Im neuen Schulgebäude würden dann neben dem Unterricht ebenfalls das Mittagessen, die Hausaufgabenbetreuung, Spielzeiten und Betreuung der Schüler, die im integrativen Zweig angemeldet sind, stattfinden.

Viele Fragen stehen im Raum

Das halten die Eltern und Betreuer für schlechterdings unmöglich, und deshalb waren sie alle zur Versammlung gekommen. Und sie blieben. Denn der zweite Tagesordnungspunkt war die Bürgerfragestunde, und Fragen hatten die Anwesenden reichlich. Die freundliche Unterrichtung über die gängige Praxis bei Bürgerfragestunden durch von Thenen war überflüssig, alle waren gut vorbereitet.

Nacheinander standen die Menschen auf und ein jeder stellte die eine ihm zustehende Frage an die Politiker. Ist das bisherige Konzept in den neuen Räumen überhaupt umsetzbar? Wie kann der integrative Charakter des Angebotes aufrechterhalten werden? Wie sollen die notwendigen Umbauarbeiten beispielsweise für die hohen Hygienestandards beim Einbau einer Großküche verwirklicht werden? Wie kann bei einer Parallelnutzung der Räume die hohe Unterrichtsqualität weiterhin gewährleistet werden?

Aus welchem Grund soll die bisherige Nutzung durch den Förderverein aufgegeben werden? Was ist mit dem alten Schulgebäude geplant? Wie sollen die privaten Sachen der Schüler in den Multifunktionsräumen gesichert werden? Wo werden Räume für Bewegung geschaffen? Ist eine Verkleinerung des Schulhofes geplant? Wenn ja, was soll mit der frei werdenden Fläche geschehen? Ist ein funktionierendes Konzept für Erziehung und Bildung der Kinder nicht wichtiger als mögliche wirtschaftliche Vorteile?

Fragen ohne Ende, die entsprechenden Antworten sollen folgen. Denn die Verwaltung konnte an diesem Abend keine Stellung beziehen, sie war schlicht personell nicht mit Fachpersonal vertreten. Julia Hauer, stellvertretende Vorsitzende der Elternpflegschaft, überreichte Listen mit insgesamt 1324 Unterschriften gegen die Pläne der Umstrukturierung an von Thenen. Dieser machte aus seinem Herzen keine Mördergrube und versicherte, dass für ihn, wie vor Jahren versprochen, das historische Schulgebäude in seiner jetzigen Nutzung erhalten bleiben soll.

Dem stimmte Hans Müller im Namen von CDU und FDP zu: „Unserer Meinung nach soll das Konzept am gewohnten Ort weiter beibehalten werden“. Nur Bernd Krott (SPD) goss etwas Wasser in den Wein: „Wir haben auch nicht vor, das Konzept grundsätzlich zu kippen. Aber wir müssen auch immer die Wirtschaftlichkeit im Auge haben“.

Das Thema wird bei der nächsten Bezirksversammlung in Kornelimünster am 30. November wieder auf der Agenda stehen, dann sind auch die zu erwartenden Zahlen von Kindern eingearbeitet, die demnächst aus den Neubaugebieten auf das Angebot zugreifen werden. Die waren nämlich in den bisherigen Gedankenspielen nicht eingerechnet worden.

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