Forst - Kettensägen geben der Forster Linde Zukunft

Kettensägen geben der Forster Linde Zukunft

Von: Thorsten Karbach
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Prächtiges Ensemble: Die Fors
Prächtiges Ensemble: Die Forster Linde und das alte Schöffenhaus prägen seit Jahrhunderten das Bild. Der Baum musste gestern aus Sicherheitsgründen gestutzt werden.

Forst. Sie hat schweren Stürmen getrotzt, Blitzeinschläge über- und Kriege erlebt. Und noch immer steht sie als Wahrzeichen zwischen Schöffenhaus und St. Katharina: die Forster Linde.

Es war Mitte des 19. Jahrhunderts, als Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau auf seinen Reisen durch die Welt unter der Winterlinde rastete. Er schätzte sie auf 800 Lebensjahre.

Anno 2012 steht Jürgen Drautmann unter der mächtigen Krone der Linde. Etwa dort muss Fürst Pückler damals den Kopf in den Nacken gelegt und die mächtigen Äste bewundert haben. Der Umweltamt-Experte Drautmann erzählt von dem Fürsten und fügt hinzu: „Wir gehen nun davon aus, dass der Baum sehr alt aber noch keine 1000 Jahre alt ist.”

Jahresringe lassen sich ohnehin nicht mehr zählen, denn die Stämmlinge sind größtenteils ausgehöhlt und mit Beton ausgegossen worden. Zusammengehalten werden sie seit zehn Jahren von schweren Stahlseilen - mit einer Zugkraft von zwölf Tonnen. Zur Sicherheit. Und genau um die geht es an diesem Tag, an dem Drautmann und die Fachleute der Firma Baumpflege Herpertz mit Kettensägen und Hubwagen vorfahren und die Baumkrone beschneiden.

„Es ist ein Spagat zwischen dem Erhalt des Forster Wahrzeichens und der Verkehrssicherheit”, erklärt Drautmann. Denn Sicherheit ist vor dem alten Schöffenhaus - unter der Linde ist wohl einst Recht gesprochen worden - oberstes Gebot. Neben dem Baum spielen die Steppkes des Kindergartens.

„Wir gehen davon aus, dass mit unseren Maßnahmen die Forster Linde so schnell nicht auseinanderbricht”, sagt Drautmann. Die Krone wird deutlich gestutzt, das Schild der Interessengemeinschaft der Forster Vereine ist längst überholt. Laut dem misst des Naturdenkmal 23 Meter. Nun sind es kaum mehr 15. Stück für Stück wurde er mit der kleinen Kettensäge gestutzt. Denn je größer die Krone, umso mehr Angriffsfläche bietet sie dem Wind.

Der drückt gegen die Forster Linde wie in ein Segel - das belastet den alten Baum zusehends. Die charakteristische Symmetrie der Krone wurde aber bewahrt. Doch bei der Forster Linde geht es um mehr. „Klar gibt es schönere Bäume, aber über diese Linde gibt es viele Geschichten”, sagt Drautmann. Nicht nur die Fürst Pückler, Stürmen und Krieg.
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