Kennenlernen ist reine Geschmacksache

Von: Marie Eckert
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Erfolgreiches „rudirockt“ bei der Innovations-Preisverleihung: Nicolas Mertens, Peter Feldkamp (Land of Ideas), Florian Schwanse, Philipp Wüllner, Mario Kapell (Bank) und Adel Hassan Pour (von links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Abend, drei Speisen, zwölf neue Leute – das ist das Prinzip von „rudirockt“. Seit 2005 gibt es das sogenannte „Running Dinner“, erfunden haben es die vier Aachener Studenten Adel Pour, Florian Schwanse, Philipp Wüllner und Nicolas Mertens. Das Ziel: möglichst viele neue Leute kennen lernen. Und das geht so: Auf einer Internet-Seite, die dem sozialen Netzwerk Facebook ähnelt, kann sich jeder, der will, registrieren und dort ein eigenes Profil erstellen.

Eine Software, die ebenfalls von den vier Gründern entwickelt worden ist, würfelt dann die neuen Leute zusammen – Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise finden jeweils woanders statt.

Drei-Gänge-Menü

Die Teilnehmer kochen also als Zweier-Team ein Gericht eines Drei-Gänge-Menüs, wobei sie zwei andere Teams zu Gast haben. Für die anderen beiden Speisen sind sie dann irgendwo in Aachen unterwegs und werden selber bewirtet. Der Abend klingt dann bei einer gemeinsamen After-Dinner-Party in den städtischen Diskotheken aus.

„Rudirockt“ gehört mittlerweile fast schon zu Aachen dazu: Bis zu 2500 Leute nehmen an der Veranstaltung teil, viermal im Jahr findet sie statt. Mittlerweile gibt es das Running Dinner schon in rund 20 anderen Städten – Tendenz steigend. Über 40.000 Leute nutzen die Internet-Plattform schon. Das Besondere: Inzwischen können Städte vorgeschlagen werden – so fand jüngst das erste Mal „rudirockt“ in Finnland statt.

Am Wochenende wurde das Event ausgezeichnet: Im Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ wurde „rudirockt“ von einer Jury ausgewählt und als einer von 100 Ideen ein Preis verliehen.

Das Spektrum der ausgezeichneten Ideen ist groß: Ob der städtische Willkommensservice in Jena, eine Internetplattform, die Obstfans zeigt, wo sie in ihrer Region kostenlos ernten dürfen, das Kinder- und Jugendhaus in München oder eben „rudirockt“.

Ausgerichtet wurde der Wettbewerb von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, gegründet von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie. Er soll Innovationen aus Deutschland im In- und Ausland bekannt machen, Partner der Initiative ist die Deutsche Bank.

Im Aachener Bistro im Templergraben hielt Mario Kapell die Laudatio, bevor den Gründern der Preis überreicht wurde: „’Rudirockt’ ermöglicht Begegnungen und Austausch, schafft Nähe neben Freunden und Familie und fördert so das Kennenlernen in unseren Städten“, betonte Kapell.

Die Idee kam den vier Gründern zu ihrer Studienzeit: „Uns hat es gestört, dass wir nur Leute aus unseren eigenen Studiengängen kannten“, erinnert sich Adel Pour. „Da wir alle vier sehr technik-affin sind, hatten wir die Online-Plattform zur Veranstaltung recht schnell fertig.“

Dort läuft mittlerweile alles automatisch: Die Profile werden abgeglichen, zusammengeführt und Pläne darüber erstellt, welches Zweier-Team wann und wo welchen Gang kocht und isst. Die vier Freunde sind inzwischen fertig mit Studieren und stehen mitten im Berufsleben. „‚Rudirockt’ ist unser Hobby, mit Verwaltung, Administration und allem, was sonst noch dazu gehört, müssen ungefähr zehn Stunden wöchentlich am Projekt gearbeitet werden“, sagt Pour.

Nicht nur unter die besten Hundert hat „rudirockt“ es schon geschafft: In einer weiteren Abstimmung wurde die Veranstaltung unter die besten Zehn gewählt, im November folgt das Finale. Bleibt nur noch eine Frage: Warum eigentlich „rudirockt“? Adel Pour dazu mit einem Schmunzeln: „‚Rudi’ steht für ‚Running Dinner’ und wenn man jung ist, und etwas toll findet, sagt man eben ‚das rockt’“.

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