Kennedypark-Bühne wird endlich genutzt

Von: egü
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Mit von der Partie beim großen Jugendkulturfestival im Kennedypark: die Tänzer des Jugendprojektes „Formz“. Foto: Kurt Bauer
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Hauptsache irgendwie nutzen: Auch als Unterstand für Eltern bei einem Fahrradkurs für den Kindergarten St. Josef an einem verregneten Mai-Tag eignete sich die Kennedypark-Bühne nur bedingt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Als Erfolgsgeschichte kann man die Kennedypark-Bühne bislang nicht gerade bezeichnen. Nicht ansatzweise. Vor zwei Jahren wurde das umstrittene Bauwerk für knapp 150.000 Euro mit einem experimentellen Klappdach von Steuergeldern gebaut. Seitdem gab es dort drei (!) Veranstaltungen – inklusive Eröffnungsfeier. Das soll sich spätestens beim „multikulturellen Jugendfestival“ am Samstag, 6. Juli, endlich ändern.

Zu klein, zu teuer, zu unpraktisch, zu witterungsanfällig, zu sehr an den Bedürfnissen potenzieller Nutzer vorbei: Kritik an der Bühne auf der grünen Wiese im Ostviertel gab es zuhauf schon vor der Fertigstellung 2011. Zumindest ein Ansprechpartner, der nun mögliche Aktivitäten auf der Luxusbühne koordinieren soll, ist nach zwei Jahren gefunden: Walter Köth, Leiter des benachbarten Kultur- und Integrationshauses Nadelfabrik, ist offen für alle Anfragen ( 4.327.660). Wofür? Relativ egal.

Hauptsache, das Beton-Stahl-Konstrukt wird überhaupt irgendwie genutzt. So ermöglichte Köth der Integrativen Kita St. Josef Mitte Mai einen halbwegs trockenen Unterstand, als die Kinder mit dem Ortsteilpolizisten Stefan Esser zu Fahrradhelmprobe und Verkehrserziehung bei strömendem Regen antraten.

Nachwuchskräfte – wenn auch etwas älter – sollen dann am 6. Juli auch in kultureller Hinsicht zeigen, was in ihnen steckt: nämlich ganz viel Talent und Toleranz. Unter dem Motto „Respect! – Aachen Ost Against Racism“ veranstalten sie mit der Offenen Tür Josefshaus der Pfarre St. Josef und St. Fronleichnam ein Jugendkulturfestival im Kennedypark mit großem Bühnen- und Rahmenprogramm auf auf dem bislang so vernachlässigten Openair-Podium.

Von 16 bis 22 Uhr präsentieren die Nachwuchskünstler nicht nur ihre Rap-, Streetdance-, und Comedy-Einlagen auf der Bühne, sondern teilen auch ihre Meinung und Ansichten darüber mit, wie respektvolles Miteinander in Aachen erreicht werden kann. „Mit ‚Miteinander‘ ist vor allem die Beziehung der Jugendlichen untereinander gemeint“, sagt Richard Okon, Leiter des Josefshauses.

Er sieht die Funktion des Festivals deshalb auch darin, dass sich junge Menschen besser verstehen und akzeptieren lernen. „Die Hiphop-Kultur, zu der sich fast jeder Jugendliche hier hingezogen fühlt, ist quasi das verbindende Glied.“ Für den Tänzer Adnan Celik war diese Verbindung der Grund, mitzumachen, denn das sei das Spannende an der ganzen Sache. „Das Festival bietet eine Riesenbandbreite an Nationen, die alle durch die Musik und das Tanzen zusammengeführt werden.“

Derzeit bereiten über 60 Jugendliche, überwiegend aus dem Ostviertel, die Veranstaltung vor. Ein großes Engagement, findet Richard Okon. Mit ihrer Einsatzbereitschaft sendeten die Teilnehmer ein wichtiges Signal für das Image des Viertels. Auch Khalid Bounouar steckt mitten in den Planungen. Er wird durch den Abend moderieren und freut sich jetzt schon über das ein oder andere Highlight.

So etwa auf Benaissa Lamroubal von der Rebellcomedy, der zweiter beim RTL-Comedy-Grand-Prix geworden ist, oder auf den Rapper Elmo, der bereits mit Bushido zusammengearbeitet hat. Aber auch die unbekannteren Künstler dürfe man auf keinen Fall unterschätzen.

Bereichert wurde das Programm von weiteren Kooperationspartnern, darunter die Offene Tür Carl-Sonnenschein-Haus, die Jusos und die Falken. Neben der Bühne laden Spiel- und Mitmachangebote zum Austausch ein. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und des lokalen Aktionsplans Aachen gefördert.

Die Ziele sind groß, bis zum Festival ist es nicht mehr weit. Gerhard Nellessen, Jugendbeauftragter des Bistums Aachen, wagt sogar schon einen Blick in die Zukunft. „Wenn unser Event gut ankommt, gibt es im nächsten Jahr vielleicht eine Neuauflage.“ Schon jetzt sei die Veranstaltung schließlich eine Art Weiterführung des letztjährigen Projektes „Aachen Ost – Was geht?“. Jetzt liegt es an den Besuchern, ob die Erfolgslinie fortgesetzt wird.

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