Fluch der Karibik Freisteller Jack Sparrow Kino

Keine Vision von Carpus+Partner: Fassaden mit Algen

Von: Ines Kubat
Letzte Aktualisierung:
6929946.jpg
Ausstellungskuratorin Ursula Kleefisch-Jobst präsentiert Günter Carpus von "Carpus&Partner" den transluzenten Beton, der in Aachen entwickelt wurde. Die Ausstellung "Anything goes! Die neue Lust am Material in der Architektur" wird am Sonntag um 11 Uhr eröffnet. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Grüne Algen in der Fassade, die das Klima eines Hauses regulieren und gleichzeitig Energielieferanten sind? Oder Holzelemente, die sich nach dem Tannenzapfen-Prinzip je nach Feuchtigkeit in der Umgebung öffnen und schließen? Was als futuristische Vision von Architektur erscheinen mag, ist zum Teil längst erprobte Wirklichkeit. Und es zeigt vor allem Eines: Dass die Materialkunde in der Architektur und Bauingenieur-Branche alles andere als langweilig ist, wie Günter Carpus, Geschäftsführer von Carpus & Partner, treffend betont.

Im Foyer seines Unternehmens am neuen Campus Melaten ist ab Sonntag, 18. Januar, das Zeugnis regelrechter Innovationswerkstätten zu begutachten. Dann wird die Ausstellung „Anything goes! Die neue Lust am Material in der Architektur“ eröffnet. Und genau diese versprochene „Lust am Material“ weiß die Wanderausstellung des „M:AI“, Museum für Architektur und Ingenieurkunst, tatsächlich zu wecken. Diese Baustoffe sind so vielfältig wie die Ansprüche, denen sie genügen: Manche Materialien müssen statischen Anforderungen entsprechen, gleichzeitig hochgradig belastbar sein, Druck standhalten und sich in Schwindel erregende Höhen formen lassen.

Andere wiederum sollen filigrane Strukturen zulassen oder eine interessante Fassadenoptik entwickeln. Zudem hat in den letzten Jahren auch in der Materialkunde die Idee der Nachhaltigkeit Einzug gehalten, so dass nun über Wege der internen Wärmespeicherung, Materialeinsparung und die CO²-Bilanz bei der Herstellung von Baustoffen nachgedacht werden muss, erklärt Ursula Kleefisch-Jobst, Generalkuratorin des „M:AI“.

Auf multimedialer Ebene macht die Wanderausstellung die neuesten Entwicklungen erlebbar. Und dass sie in Aachen Halt macht, ist keineswegs ein Zufall, so Kleefisch-Jobst, beherbergt doch die RWTH einige der führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet.

Daher verwundert es kaum, dass unter den 30 internationalen Exponaten auch zwei Beispiele der hiesigen Universität zu sehen sind. Die Institute für Textiltechnik und Massivbau beschäftigen sich mit der Weiterentwicklung von Beton: So entstanden in Aachen zum einen der äußerst druckbeständige, leichte und materialsparende Textilbeton und der transluzente Beton. Letzterer wurde bereits in Aachen verbaut – an der Fassade des Instituts für Textiltechnik, wo nachts LEDs durch massives Material nach außen scheinen.

Die Inhalte der Ausstellung seien bewusst nicht nur für Experten, sondern gerade für fachfremde Interessierte aufbereitet, so Kleefisch-Jobst. Außerdem hofft Günter Carpus, viele junge und kreative Köpfe unter den Gästen zu entdecken.

Am Sonntag um 11 Uhr wird die Ausstellung von Kuratorin Kleefisch-Jobst, Gastgeber Carpus und mit einem Vortrag des Architekten Filippo Lodi eröffnet. Bis zum 21. Februar ist sie montags bis freitags von 8.30 bis 17.30 Uhr begehbar. Sonntags gibt es jeweils ab 11 Uhr Vorträge, Diskussionen und Führungen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert