Keine „Höhenangst”: Neue Moschee nimmt letzte Hürden

Von: Matthias Hinrichs
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In Aachen längst kein Streitobjekt mehr: Der Neubau der Yunus-Emre-Moschee an der Ecke Stolberger Straße/Elsassstraße soll kommendes Jahr realisiert werden. Foto: Architekturbüro Serdar Ayman

Aachen. Am Donnerstag befasst sich der Planungsausschuss des Rates noch einmal mit dem Vorhaben der türkisch-islamischen Gemeinde „Ditib e.V”, an der Stolberger Straße eine Moschee zu errichten.

Größere Debatten sind allerdings nicht zu erwarten: Von „Höhenangst” bezüglich neuer Minarette kann im Aachener Talkessel - anders als in den Schweizer Alpen - keine Rede sein. Die Eigenossen hatten die Errichtung der Gebetstürme vor wenigen Tagen bekanntlich per Volksabstimmung abgelehnt.

Nachdem das Konzept für das Projekt Yunus-Emre-Moschee vor zwei Jahren gründlich abgespeckt wurde, haben sämtliche Ratsparteien die Pläne ausdrücklich begrüßt und dem Bebauungsplan grünes Licht erteilt. Und CDU-Fraktionschef Harald Baal bekräftigte: „Die Diskussion in der Schweiz halte ich für absurd. Es ist absolut normal, dass Gläubige ein Gotteshaus bauen möchten.”

Vor knapp zwei Wochen ist zudem die letzte juristische Hürde zur Realisierung genommen worden: Die Beschwerde einer Anwohnerin hat das Oberverwaltungsgericht Münster am 20. November abschlägig beschieden. Jetzt sei davon auszugehen, dass die Baugenehmigung in Kürze erteilt werde, sagte die zuständige Beigeordnete Gisela Nacken.

Die Klägerin hatte unter anderem geltend gemacht, dass das geplante Minarett mit 41,5 Metern Höhe nicht zumutbar und die Parkplatzsituation nicht hinreichend geklärt sei. „Der Stellplatznachweis ist erbracht; jetzt muss sich zeigen, ob die Einrichtung weiterer Parkplätze auf dem Vorplatz tatsächlich erforderlich ist”, so Baal.

Unterdessen nehmen erste Umzugspläne der türkisch-islamischen Gemeinde gegenüber dem Geschwister-Scholl-Gymnasium konkrete Gestalt an, erklärte deren Vorsitzender Abdurrahman Kol. Voraussichtlich könne sehr bald mit dem Abriss des langjährigen Provisoriums begonnen werden, ein Ausweichquartier auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Areal soll bald fertiggestellt sein. Kol: „Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr mit dem Neubau der Yunus-Emre-Moschee beginnen können.” Rund sechs Millionen Euro will die Gemeinde mit Hilfe von Sponsoren an der Stolberger Straße investieren.
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