Keine Angst auf dem Bend: Der Spaß überwiegt

Von: Katrin Fuhrmann
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Eine große Familie: Mehr als 100 Schausteller stehen auf dem Öcher Sommerbend. Sie alle sorgen dafür, dass der Jahrmarkt zum Erlebnis für Jung und Alt wird. Foto: Andreas Schmitter
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Verschärfte Kontrollen: Bis zu 30 Sicherheitsleute sind zu den Stoßzeiten im Einsatz, dazu kommen noch Kräfte der Polizei. Foto: Andreas Schmitter
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Weniger Jugendliche, dafür mehr Familien und ältere Menschen: Die Veranstalter sind mit den Besucherzahlen zufrieden. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wer in diesen Tagen über den Öcher Sommerbend schlendert, für den wirkt alles ganz gewöhnlich: Der Hauch von frisch gebrannten Mandeln und Zuckerwatte liegt in der Luft, die Fahrgeschäfte drehen eine Runde nach der anderen und das Echo der Schausteller an den vielen Losbudenhallt über den Platz.

Die Menschen lachen, sind vertieft in Gespräche und stürmen von einem Karussell zum nächsten.

Erst auf den zweiten Blick fällt die erhöhte Präsenz der Sicherheitskräfte ins Auge. Den sonst so großen und breiten Haupteingang gibt es diesem Jahr nicht. Er wurde auf 1.80 Meter verkleinert, damit das Sicherheitspersonal einen besseren Überblick hat.

Für die 69-jährige Marie-Luise sind die Terroranschläge in den vergangenen Monaten kein Grund, nicht auf den Bend zu gehen. Im Gegenteil. „Ich habe keine Angst. Das, was kommt, kann ich eh nicht beeinflussen. Da kann mir genauso gut etwas beim Einkaufen passieren“, sagt sie. Sie finde es gut, dass die Kontrollen am Eingangsbereich stattfinden.

Aber wer wird überhaupt kontrolliert? Wer glaubt, dass ausschließlich junge Menschen mit auffällig großen Rucksäcken durchsucht werden, liegt falsch. Diese Erfahrung machen auch die drei Freundinnen Lara (20), Verena (20) und Carolin (20), die sich auf dem Öcher Bend verabredet haben. Am Nebeneingang müssen sie ihre Handtaschen öffnen. Kurz blicken die Mitarbeiter des Dienstleistungsunternehmen DND in die Taschen der Mädchen. Sie finden nichts, das für die anderen Bendbesucher gefährlich werden könnte. Die drei jungen Frauen dürfen weitergehen. Angst, dass ihnen etwas passieren könnte, haben sie nicht. Auch, wenn es die Kontrollen nicht gebe, hätte sie das nicht abgehalten, den Bend zu besuchen. „Man muss sich das Leben doch nicht unnötig schwer machen“, sagt Carina. Das findet auch die 70-jährige Franziska Gier, für die der Bend heute sogar schöner ist, als früher. „Als ich Kind war, waren die Wege auf dem Platz noch nicht asphaltiert. Die Karussells sind heute viel aufregender, größer und spannender. Aber so viele Sicherheitsleute waren früher nicht hier“, sagt sie.

Generell ist von Angst auf dem Bendplatz nichts zu spüren. Ein mulmiges Gefühl haben die wenigsten. „Warum auch? Wir wollen Spaß haben“, sagt die 38-Jährige Mareike aus Aachen. Bis zu 30 Sicherheitsleute sind zu den Stoßzeiten im Einsatz, dazu kommen noch Kräfte der Polizei.

Die verschärften Kontrollen und die Präsenz des Sicherheitspersonals, führen nicht nur dazu, dass sich die Besucher sicher und wohl fühlen, sie haben in den Augen der Veranstalter auch einen positiven Nebeneffekt. „In diesem Jahr gab es noch keine Schlägerei, keinen Taschendiebstahl oder andere Auseinandersetzungen. Menschen, die Randale machen wollen, bleiben dem Gelände bewusst fern“, sagt der Vorsitzende des Schaustellerverbands, Peter Loosen. Vielleicht ein Grund, warum in diesem Jahr weniger Jugendliche als sonst auf dem Gelände sind. Das schade der Besucherzahl aber keineswegs, ist sich Loosen sicher. Dafür seien mehr Familien und ältere Menschen auf dem Gelände unterwegs. „Es ist sehr ruhig und friedlich. Unser Konzept geht auf“, sagt Beatrix Karlsberg vom Eurogress, das den bendplatz verwwaltet zufrieden.

Nicht jeder wird kontrolliert

Dennoch: Kontrolliert wird längst nicht jeder. Die Auswahl wirkt willkürlich, sei aber gezielt. „Ich krempel natürlich nicht jeden Kinderwagen auf links. Man entwickelt einen Blick dafür, wer kontrolliert werden sollte und wer eher nicht“, sagt ein Mitarbeiter des Dienstleistungsunternehmens DND und ergänzt: „Viele Besucher bedanken sich bei uns. Sie sagen, dass sie sich durch die Kontrollen sehr sicher fühlen.“ Die Kontrollen scheinen also niemanden zu stören. Unbeschwertheit und Ausgelassenheit überwiegen. Wer aber in diesen Tagen das Bendgelände durch die schmalen Eingänge vorbei an einem der vielen Sicherheitskräfte verlässt, der weiß, dass sich seit den Anfängen des Jahrmarkts einiges verändert hat.

Der Sommerbend kann noch bis Montag, 22. August, täglich von 14 bis 24 Uhr besucht werden.

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