Kein weiteres Kleingartensterben mehr

Von: Günther Sander
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Aufmerksam hörte OB Marcel Philipp (links) den Ausführungen des Vorsitzenden Heijo Plum in seiner Festrede zu. Foto: Günther Sander

Aachen. Bei der Jubiläumsfeier zum 90-jährigen Bestehen des Stadtverband Aachen der Familiengärtner nutzte Vorsitzender Heijo Plum die Gelegenheit, einen ausführlichen Rückblick auf die Entstehung des Verbandes zu geben.

In seiner brillanten Festrede ging Plum vor zahlreichen Gästen, darunter OB Marcel Philipp, auch gezielt auf die Hiobsbotschaft ein, dass im Norden der Stadt erneut Kleingärten, diesmal 44 Anlagen, der städtebaulichen Entwicklung „geopfert” werden sollen. „Wird der Wert der Kleingärten zunehmend geringer geachtet”, stellte er die Frage. Der Vorsitzende nannte den Wegfall der Flächen für den Aachen-Laurensberger Rennverein und für den Tivolineubau. Unter der Politikern aller Parteien sollte Einigkeit darüber herrschen, Dauerkleingärten unbedingt zu unterstützen, sagte Plum unter starkem Beifall.

Heijo Plum stellte den Wert der Kleingärten heute in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die Schrebergärten aus früheren Zeiten gebe es nicht mehr und die Laubenpieperromantik sei verschwunden. Rund 2500 Kleingärten in Aachen würden nicht nur einen Luxus bieten, sie verbinden städtische Vielfalt und kulturelle Dichte mit dem eigenen „Wohnzimmer im Grünen.” Die Gärten seien ein wichtiges Element zur Durchgrünung und Auflockerung der Bebauung. Kleingärten seien besser als ihr Image. Wer den Schritt in die Kolonie wage, werde von dem vielseitigen Angebot überrascht sein, ließ Plum folgen. Es müsse sichergestellt werden, dass in Aachen für alle Bürger die grünen Oasen erhalten blieben. Den Kleingarten als „Grün für alle” werde es noch in weiteren neunzig Jahren geben, schloss er.

Aachen OB Marcel Philip ging gezielt auf Plums Anspielung zur Befürchtung weiteren Kleingartensterbens ein. Er zeige großes Verständnis für die Ansprüche, die der Stadtverband habe. Das Thema Aachen-Nord sei ein reinstädtebaulicher Aspekt. Man müsse mit den Betroffenen frühzeitig reden. „44 Gärten sind schlicht die falsche Zahl, das kann so nicht sein”, versicherte der OB. Eine Zerschneidung der Anlage entspreche nicht dem, was man gemeinsam machen werde. „Wir müssen darüber reden was geht und was nicht geht”, versprach Philipp, den man wolle gemeinsam eine Zukunft planen. Um eine Berechtigung der Gärten in Aachen zu sichern, werde man auch Kompromisse machen müssen.
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