Kein Königsweg beim Verkehr auf der Hörn

Von: Stephan Mohne
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Wie soll man den Vekehr auf der Hörn - zum Beispiel auf der Ahornstraße - ausbremsen, wenn der neue Campus kommt? Darüber gibt es höchst unterschiedliche Meinungen. Die Anwohner, so wurde am Abend auf der öffentlichen SPD-Fraktionsitzung klar, sind mit allen bisherigen Vorschlägen unzufrieden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Verwaltung hat sich bewegt. Viele Anregungen und Ideen von Anwohnern der Hörn hat sie aufgenommen, wenn es um das Verkehrskonzept für den Campus Melaten geht. Am Donnerstag wird im Verkehrsausschuss entschieden.

Deswegen hatte die SPD am Abend ihre Fraktionssitzung zum Thema öffentlich gemacht - und wieder war die Aula in der ehemaligen PH Ahornstraße bestens gefüllt. Doch eines war schnell klar: Auch das deutlich verbesserte Konzept reicht den Anwohnern keineswegs.

Sie befürchten nach wie vor, dass sie durch den Verkehr, den der Campus mit sich bringen wird, belastet werden. Wobei die Ausgangspunkte dieser Unzufriedenheit - je nach Wohnort - ganz unterschiedlich ausfällt. Sperrt man hier, gibt es dort mehr Verkehr, beruhigt man dort, fließt hier mehr Verkehr uns so weiter.

Und so ist klar: Die Entscheidung am Donnerstag, die wohl mit breiter politischer Mehrheit fällt, wir den Hörnern nicht gefallen.

Dezernentin Gisela Nacken hatte zunächst noch einmal die zusätzlichen Pläne skizziert. Vor allem gehr es da um eine Beruhigung des Seffenter Wegs, um wichtige Knotenpunkte, die ausgebaut werden sollen, um Schulwegsicherung auf Halifax- und Ahornstraße.

Und um drei Zählstellen, die gebaut werden sollen. Am Seffenter Weg, an der Ahornstraße und an der Halifaxstraße soll demnächst jedes Auto erfasst werden, um später Unterschiede bei der Verkehrsbelastung sichtbar zu machen.

Werden gewissen Werte überschritten, sollen weitere Maßnahmen greifen. Das alles soll dazu beitragen, Durchgangsverkehre aus dem Wohngebiet Hörn herauszuhalten. Die SPD will laut ihrem verkehrspolitischen Sprecher eine weitere Zählanlage an der Valkenburger Straße errichtet wissen.

So bekamen die Sozialdemokraten denn auch Lob dafür, sich mit der Fraktionssitzung den Bürgern zu stellen, habe das doch keine andere Partei getan. Doch im gleichen Atemzug wurden die SPD mit jenen anderen in einen Topf geworfen.

In einer Umfrage der AZ hatten die Fraktionsvertreter unisono bekundet, das neue Konzept sei gut - vor allem, weil viele Anregungen von Bürgerseite aufgenommen wurden. Das, so ein Vertreter der IG Hörn/Finkenweiden/Muffet, zeige, „dass alle den Ernst der Lage nicht erkannt haben”.

Und dass die Politiker sich „von der Verwaltung haben einlullen lassen”. Die jetzt auf dem Tisch vorliegenden Vorschläge seien unzureichend, die Verwaltungsspitze habe anderes versprochen. Nun soll sich der OB äußern, bevor man „weitere Schritte” erwäge.

Gisela Nacken betonte, dass Differenzen bleiben werden. Letztlich gibt es die aber auch unter den Anwohnern. So sind die einen dafür, die Melatener Brücke für den Autoverkehr zu sperren - so wie es vorgesehen ist -, die anderen sind strikt dagegen.

Laut Björn Jansen bleibt die SPD jedenfalls bei der Sperrung, schließlich sei die Melatener Straße, die einzige direkte Verbindung ins Campus-Gebiet, werde ansonsten also den Verkehr geradezu anziehen.

Dieses Argument, so konterten die Anwohner müsse dann aber auch für den Seffenter Weg gelten. Doch der wird, wenn auch enger und unattraktiver, offen bleiben.

Verkehrsgutachter Axel C. Springsfeld erklärte schließlich: „Wir brauchen die Straßen der Hörn nicht für den Campus. Aber wenn wir sie alle sperren, dann wird das für Sie, die Anwohner, weitreichende Folgen bei der Erreichbarkeit Ihrer eigenen Häuser haben.”

Das, so hielt ein Anwohner entgegen, werde man schon geregelt bekommen. Alle Mitarbeiter der Firmen auf dem Campus sollten doch bitteschön Busticket bekommen. Und wenn sie dann den Bus nicht nutzen, müssten sie eben weite Umwege in Kauf nehmen.

Harald K. Lange vom Bauherren, dem Bau- und Ligenschaftsbetrieb NRW, betonte, dass der Umstieg auf den Bus - oder später auch eine Campus-Bahn - das erklärte Ziel sei. Die gesetzlich vorgeschriebene Zahl der Parkplätze werde man versuchen zu minimieren.

Bei den Anwohnern bleibt reichlich Skepsis. Und doch werden sie wohl mit Kompromissen leben müssen. Am Donnerstag weiß man mehr.
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