Aachen - Kein Ende im Knatsch um den Katschhof

Kein Ende im Knatsch um den Katschhof

Von: Matthias Hinrichs
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Bleibt ein Stein des Anstoßes
Bleibt ein Stein des Anstoßes: die Freitreppe an der Rathaus-Rückfront. Die Kommission Barrierefreies Bauen fordert bessere optische Markierungen an den Stufenrändern als derzeit

Aachen. Als buchstäblich herausragender Standort der großen Glühweinkessel hat die viel diskutierte Freitreppe am Katschhof quasi ihre erste Feuerprobe bestanden. Allein: Auch nach den „heißen” Weihnachtsmarktwochen haben sich die Gemüter im Hinblick auf die Gestaltungsdetails keineswegs abgekühlt.

„Trotz des intensiven Dialogs mit der Kommission Barrierefreies Bauen konnte ... leider kein Kompromiss erzielt werden”, kennzeichnet die Verwaltung den nach wie vor schwelenden Konflikt in einer Vorlage für die nächste Sitzung des Planungsausschusses am 12. Januar. Weiter heißt es gar: „Zuletzt zog sich die Kommission leider verstärkt auf Forderungen zurück, die aus Sicht der Verwaltung in der Innenstadt nicht durchgehend umsetzbar sind bzw. in Fußgängerzonen auch nicht angemessen erscheinen.”

Ein Streit um Streifen

Will heißen: Der Knatsch um den Katschhof und die Neugestaltung des (potenziellen) Weltkulturerbe-Areals rund um die alte Kaiserpfalz beschränkt sich keineswegs auf die Rathausrückfront.

Konkret monieren die Behindertenvertreter zunächst fehlende optische Kontraste an den Treppenstufen. Zwecks besserer Wahrnehmung der Blausteinoberfläche müsse zumindest an den Seiten ein weitaus hellerer Streifen in den Stein eingelassen werden. Die Planer befürchten indes, dass das Material ausbrechen könnte. Als Alternative wird daher eine Kennzeichnung durch kreisförmige weiße Granitelemente vorgeschlagen, die in Abständen von etwa zehn Zentimetern über jeweils anderthalb Meter in die erste und letzte Stufe eingelassen werden könnten. Das freilich reicht den Behindertenvertretern nicht aus. Und sie bemängeln überdies, dass die als „Leitstreifen” über der obersten Treppenstufe eingelassene Plattenreihe sich optisch nicht ausreichend vom angrenzenden Grauwackepflaster absetze.

Ein Muster ohne Wert

Die Verwaltung macht dagegen geltend, dass der Kontrast noch schärfer werde, weil der Blaustein nachdunkle. Eine zusätzliche Markierung sei daher nicht nötig.

Schließlich zeigt sich die Kommission auch mit der vor allem für Sehbehinderte wichtigen Gestaltung der unterschiedlichen Oberflächenstrukturen, den sogenannten taktilen Leitlinien zwischen Großpflaster und Plattenbelag keineswegs zufrieden. Zwar hatten die Behindertenvertreter bereits vor Jahresfrist im städtischen Bauhof eine entsprechende Musterfläche begutachtet; doch die am Katschhof geschaffenen Fakten erfüllten die Ansprüche durchaus nicht. Die Verwaltung hält dem entgegen, dass die Pflasterung bewusst mit schmaler Verfugung vorgenommen worden sei, um sie möglichst flach zu halten - andererseits sei klar, dass die Steine sich im Laufe der Zeit senken würden und damit „der taktile Kontrast auf Dauer wahrnehmbar” werde.

Fazit: Substanzielle Veränderungen sind auf dem „neuen” Katschhof nicht zu erwarten - es sei denn, die Politik beurteilt die „Sachlage” ganz anders. Sollte sie dem Konzept der Verwaltung folgen, würden für die „Granitpunkte” weitere 11 000 Euro fällig.
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