Kaum neu vermietete Läden, aber wenig Leerstand

Von: Robert Esser
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Ambitioniert: Das leerstehende Ladenlokal und die verwaisten Büroetagen an der Ecke Peter-/Blondelstraße will eine renommierte Hotelkette im Zwei-Sterne-Sektor aufstocken und ausbauen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Zahlen klingen dramatisch: Innerhalb eines Jahres sind die Neuvermietungen im Einzelhandel von über 25.000 Quadratmetern auf ein Fünftel eingebrochen. 2009 zählte man nur noch knapp 5000 Quadratmeter neu vermietete Laden- und Geschäftsfläche.

Dies geht aus der aktuellen Analyse zum gewerblichen Immobilienmarkt hervor, die in zwei Wochen von der Initiative Aachen vorgestellt wird. Geschäftsführerin Andrea Trebschuh warnt allerdings vor Fehlinterpretationen des steilen Minustrends: „2008 verzeichnete Aachen einen ungewöhnlichen Ausreißer nach oben, weil die Aachen-Arkaden erstmals in die Neuvermietungsstatistik aufgenommen wurden”, erklärt sie.

Seitdem habe es eben keine größeren Einzelhandelsneubauten mehr gegeben. Kaiserplatz-Galerie und Bel Etage am Büchel könnten - bestenfalls - nach 2013 bezogen werden. Allerdings wurden auch zwischen 2003 und 2008 bis zu 15.000 Quadratmeter Einzelhandelsflächen pro Jahr mehr vermittelt als 2009.

Trotzdem zeige sich Aachen bei der Nachfrage nach Einzelhandelsflächen „superstabil”, betont Trebschuh. Innerhalb des Allenrings stehen nach ihrer Aussage derzeit nicht mehr als fünf Prozent der Ladenlokale leer - das entspricht insgesamt etwa 9000 Quadratmetern. Herbert Kuck, bei der Aachener Wirtschaftsförderung für den Einzelhandel zuständig, stimmt zu: „Unser Einzelhandel in Aachen hat ein Luxus-Problem, nicht nur die Leerstände im Ruhrpott sind drei Mal höher.” Die Nachfrage sei - auch von bundesweit agierenden Ladenketten - ungebrochen hoch. „Die Standardanfrage vieler Interessenten lautet: 100 Quadratmeter, 1a-Lage, für 1500 Euro Miete”, erläutert Kuck. Aber die Filetstücke seien eben nur äußerst begrenzt verfügbar, da gebe es kaum Fluktuation.

Der renommierte Aachener Immobilienmakler Reiner Schnittler hat in den vergangenen zwölf Monaten 8600 Quadratmeter gewerbliche Mietflächen an Unternehmen vermittelt - vor allem entlang der Theaterstraße. „Man muss aber auch in Toplagen - etwa am Markt - feststellen, dass einige Vermieter schlichtweg unrealistische Mieteinnahmen für ihre Immobilien erwarten.” So steht unweit des Rathauses seit Monaten das ehemalige Restaurant „Little Italy” leer, in dem eine große Augenoptiker-Kette eine Filiale eröffnen möchte.

Ganz andere Pläne gibt es etwa für die Ecke Peter-/Blondelstraße in unmittelbarer Nähe des Bushofes. Dort stehen sämtliche Büroetagen leer, das Erdgeschoss hat der Billigladen „Inferno” längst geräumt. Dem Vernehmen interessiert sich die vielfach ausgezeichnete Hotelkette „Motel One” für das Aachener Objekt. Bei den Hotelansiedlungen will Aachen schließlich dramatisch zulegen.
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