Aachen - Katz-und-Maus-Spiel um „illegale“ Autos an der Straße

Katz-und-Maus-Spiel um „illegale“ Autos an der Straße

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Eine Ordnungsverfügung am Auto - und dann? Einige Händler stellen vermehrt abgemeldete Fahrzeuge unerlaubt in Wohngebieten ab und interessieren sich herzlich wenig für die Warnung der Behörden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, das für Wolfgang Sanders und sein Team der Abteilung Straßenverkehr und Sondernutzungen wie auch für die Mitarbeiter des Ordnungsamtes alles andere als lustig ist. Ebenso wenig wie für die AZ-Leser, die sich zu diesem Thema gemeldet haben. Verstärkt scheint es nämlich den Trend zu geben, dass einige Autohändler nicht angemeldete Fahrzeuge am Straßenrand statt auf ihrem Gelände abstellen.

Ordnungsamtschef Detlev Fröhlke berichtet zum Beispiel davon, dass seine Leute, die die zuständige Abteilung Straßenverkehr unterstützen, mittlerweile alles zwei bis drei Tage zum Sportplatz nach Rothe Erde ausrücken, wo permanent Autos widerrechtlich abgestellt würden. Auch an der Sedanstraße sei das so. Außerdem finden sich „Fremdfahrzeuge“ immer häufiger in Haarener Wohngebieten.

Wolfgang Sanders spricht von bis zu 1000 Fällen, mit denen sich seine Abteilung im Jahr beschäftigen muss. Doch viel tun kann die Verwaltung nicht. Die Mitarbeiter pappen eine orangefarbene Ordnungsverfügung an die Fahrzeugscheibe; parallel versucht man, den letzten Halter ausfindig zu machen, um diesem ebenfalls eine solche Verfügung zum Entfernen des Blechs zukommen zu lassen.

Doch da hakt es bereits. Die Spur führt dann nämlich oft ins Ausland, etwa nach Osteuropa. Man könne sich zwar durchaus denken, wer in dem einen oder anderen Fall den Wagen illegal abgestellt hat. „Aber wir müssen beweisen, dass das Fahrzeug demjenigen tatsächlich gehört“, so Sanders. Der Aufwand sei enorm. Einmal habe man einen solchen Fall vor Gericht gebracht, doch das Verfahren wurde dort eingestellt, weil besagter Beweis nicht zweifelsfrei erbracht worden war.

Nicht angemeldete Fahrzeuge sind laut Sanders erst einmal „herrenlos“. Zumal: Wenn der Zettel am Wagen klebt, hat der letzte Halter zwei Wochen Zeit, den Wagen wegzuschaffen. Die Händler kommen aber meist schon nach wenigen Tagen, holen das Auto ab und stellen stattdessen ein anderes hin.

Letztlich kann die Stadt den Wagen auch abschleppen lassen. Dazu gibt es einen Vertrag mit einem Verwerter. Da habe man jetzt einen neuen Vertrag mit einem Unternehmen, von dem man sich verspricht, dass dieser Vorgang demnächst zügiger vonstatten geht. Bislang seien die Kapazitäten da arg begrenzt gewesen.

„Das Ganze ist ein heikles Thema“, sagt Wolfgang Sanders. Neu sei es indes nicht – und der Gesetzgeber habe der Verwaltung nur einen sehr begrenzten Handlungsspielraum an die Hand gegeben. Das Ordnungsamt hat jüngst in einem Fall ein Verwarnungsgeld ausgesprochen. Das dürfte die Verursacher aber kaum schrecken.

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