Aachen - Katschhof: Außengastronomie auf acht Quadratmetern

Katschhof: Außengastronomie auf acht Quadratmetern

Von: Oliver Schmetz
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Darf jetzt auch draußen servieren: Alpha Diallo, Betreiber des „Karls“ im Centre Charlemagne, freut sich darüber, dass die Stadt ihm auf dem Katschhof jetzt doch Außengastronomie genehmigt hat.

Aachen. Als das schicke Bistro „Karls“ im nicht minder schicken Centre Charlemagne im vorigen Sommer seine Pforten öffnete, hatte das Ganze ein bisschen etwas von einem Schildbürgerstreich. Denn vor der glitzernden Glasfassade des Lokals, wo der Katschhof nun wahrlich viel Platz zu einer gemütlichen Pause bietet, saßen die Gäste buchstäblich auf dem Trockenen: Eine Außengastronomie war von der Stadtverwaltung nicht genehmigt worden.

Damals hieß es, Tische, Stühle und Bewirtung vor den „aus klimatechnischen Gründen nicht zu öffnenden Glasscheiben“ seien ausgeschlossen. Da es keine räumliche Trennung zwischen Foyer des Stadtmuseums, Ausstellungsbereich und Bistro gibt, würde eine geöffnete Glasfront – und sei es nur ein kleiner Durchgang für Gäste und Kellner – das sensibel balancierte Klimasystem im Centre gefährden.

Ein Café also an einem der schönsten Plätze der Stadt, das keine Tische vor die Tür stellen darf? Damit wollte sich „Karls“-Gastronom Alpha Diallo, der auch das Café im Zeitungsmuseum betreibt, nicht abfinden. Er stellte trotzdem den Antrag auf Freiluftbewirtung und hat jetzt – ein Jahr später – tatsächlich Erfolg. Seit ein paar Tagen stehen vier kleine Cafétische vor dem Bistro. Die Außengastronomie erstreckt sich auf bislang noch recht überschaubare acht Quadratmeter , soll aber ausgebaut werden. „Ich habe eine Außenterrasse von bis zu 30 Quadratmetern genehmigt bekommen“, sagt Diallo. Die anfängliche Beschränkung auf eine Mini-Fläche sei lediglich als Testphase bis Ende September gedacht. „Im nächsten Jahr will ich das vergrößern“, sagt Diallo. Der Gastronom betont im Übrigen, die Stadtverwaltung habe sich bei der Lösung des Problems „sehr kooperativ“ verhalten. Stadtsprecher Bernd Büttgens sagt dazu, insbesondere Kulturdezernentin Susanne Schwier sei treibende Kraft dafür gewesen, dem Anliegen Diallos soweit wie möglich entgegenzukommen. Die künftige Art der Bestuhlung werde noch verhandelt, sagt Büttgens, denn: „Die Stadt legt auf ein äußeres Erscheinungsbild wert, das der historischen Stätte Katschhof angemessen ist.“ Laut Diallo hatte man sich auf ein solches Mobiliar bereits geeinigt, doch sei dieses im bereits fortgeschrittenen Sommer nicht mehr verfügbar gewesen. Deshalb wird in der Versuchsphase nun provisorisch bestuhlt, der Gastronom hat Chrommöbel aus dem Zeitungsmuseum herübergeholt.

Nicht praktisch, aber praktikabel

Und was ist nun mit dem sensiblen Binnenklima im Centre Charlemagne, das bislang Außengastronomie verhindert hatte? „Diese Frage habe ich gar nicht mehr gestellt“, sagt Alpha Diallo lachend, „ich bin einfach froh, dass das jetzt durchgegangen ist.“ Aber vermutlich besteht keine Gefahr für empfindliche Ausstellungsstücke, weil der Gastronom und seine Mitarbeiter beim Bewirten durch die Schleuse am Museumseingang pendeln. Das ist zwar nicht gerade praktisch, aber immerhin praktikabel.

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